Stadtgeschichte ab 1900

Hofgarten Bayreuth

 

Infolge von Einsparungsmaßnahmen werden die Regierungen von Ober- und Mittelfranken zusammengelegt und der Regierungssitz wird am 1. Januar 1933 nach Ansbach verlegt, obwohl die Bürger und der Stadtrat heftig protestieren.

Während der Zeit des Nationalsozialismus ist Bayreuth als Stadt Richard Wagners bei den neuen Machthabern hoch angesehen. Adolf Hitler, ein begeisterter Verehrer der Werke Richard Wagners, pflegt eine intensive Verbundenheit mit dem Hause Wahnfried.

Von den vielen baulichen Veränderungen, die Hitler für die Stadt vorgesehen hat, können nur wenige verwirklicht werden. Während um das Birkengut ein neuer Stadtteil durch die Anlage der SA-Siedlung für das "kleinere Parteivolk" entsteht, siedelt sich die Prominenz in der Gartenstadt am Fuß des Festspielhauses an. Auch die heutige "Hohe Warte" wird als ein ursprüngliches Luftwaffenlazarett zu jener Zeit erbaut.

Doch seine besondere Stellung, die Bayreuth und Wagner in der Ideologie Hitlers hat, bekommt die Stadt im 2. Weltkrieg zu spüren.

Am 13. Januar 1941 fliegen englische Bomberverbände über Bayreuth und werfen Spreng- und Brandbomben auf die Stadt. Ihr Ziel sind die mechanische Baumwollspinnerei und der Bahnhof, der bei diesem Angriff nicht sonderlich schwer getroffen wird.

1945 wird Bayreuth in den letzten Kriegstagen von angloamerikanische Bomberfliegern erneut angegriffen. An diesen drei Tagen, vor allem am 5. und am 8. April, werden über 40 % der Gebäude vernichtet. Nach diesen Angriffen sind der Bahnhofsplatz und der obere Luitpoldplatz nur noch Trümmerhaufen. Das neue Rathaus ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt, und alle Akten, die nicht nach Bad Berneck ausgelagert wurden, werden zerstört.

Am 11. April
wird Bayreuth von den Alliierten erneut beschossen, welche vermuten, dass sich in der Eremitage ein Generalstab befindet und dabei wird das Lustschloss Wilhelmines zerstört.

Nach dem Krieg dehnt sich die Gesamtfläche der Stadt durch den Bau vieler Neubauviertel enorm aus und ab dem 17. April 1948 wird Bayreuth nach 15-jähriger Pause wieder der Regierungssitz von Oberfranken. Die alte Behörden- und Verwaltungsstadt hat sich sowohl zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort, einem modernen Dienstleistungsunternehmen als auch zu einer Stadt des Sports und der Gesundheit entwickelt. Im Jahre 1951 finden unter der Leitung der Enkel Richard Wagners, Wieland und Wolfgang, auch wieder die ersten Festspiele statt, welche noch heute die Prominenz aus aller Welt nach Bayreuth bringen.

Am 22. Mai 1974 feiert man auf einem Gelände südlich des ehemaligen Exerzierplatzes die Grundsteinlegung zum Bau der Universität in Bayreuth, welche schon im November 1975 ihren Vorlesungsbetrieb als 7. Bayerische Universität aufnehmen kann.

Während zu Kriegsende der "Bayreuther Flugplatz" aufgelöst und das Gelände von der Bundeswehr genutzt wird, baut man ab 1973 den ehemaligen Luftwaffenflugplatz Bayreuth-Bindlach um und richtet die Fluglinien Bayreuth - Nürnberg und Bayreuth - Frankfurt ein. 1975 kann der Flugplatz mit der Fertigstellung des Towers dann völlig seiner Bestimmung übergeben werden.

Mittlerweile ist Bayreuth, mit seinen ca. 74 392 Einwohnern (Stand vom 31.12.2004) die größte Stadt Oberfrankens, die fünftgrößte von gesamt Franken und die neuntgrößte im Freistaat Bayern.

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