Jean Paul Museum in Bayreuth

Jean Paul Portrait

 

Über den Dichter Jean Paul:

Am 21. März 1763 wurde der Dichter Jean Paul in Wunsiedel geboren, er zog nach Bayreuth, lebte und vermittelte dort, von dem Jahr 1804 bis zum 14. November 1825, wo er dann verstarb.

Jean Paul gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Dichtern Deutschlands. Er faszinierte die Menschen durch sein Sprachgenie und phantasiereiche Imaginationskraft. Sowie seine enormen Gedankenflüge und Gefühlsdarstellungen die sogar noch heute die Herzen seiner Leser erobern.

Jean Paul wechselte seit 1804 sieben Mal die Wohnung, in Bayreuth. Letztendlich hatte er dann 1813 einen Wohnsitz, wo er dann den Rest seines Lebens verbrachte. Es war das Haus Friedrichstraße 384 (heute ist das die Nr. 5). Zu seinem Hauswirt machte er einen jüdischen Bankier, I.J. Schwabacher, der seit 1817 aus Ansbach zugezogen war. Jean Paul war zwar kein Trinker, wie es gerne gesagt wird, aber Bier und Wein machte er zu einem unerlässlichen Genussmittel. An der Leberzirrhose kam er jedoch nicht vorbei, dazu war er schon fast erblindet aber er beschäftigte sich noch bis hin zu seinem Todestag mit der Sammelausgabe seiner Werke, die geplant war. Er unterhielt sich noch mit seinen zur Hilfe gekommenen Neffen, Richard Otto Spazier, bis zu den Worten: Wir wollen´s gehen lassen. Ca. um 8 Uhr verstarb er dann.

Das Museum

Das Jean-Paul-Museum wird dem Stifter Dr. Philipp Hauser verdankt. Er ist ein Nachfahre von Jean Paul und heute ist er auch der Besitzer des Wohn- und Sterbehauses des großen Dichters. Seit seiner Jungendzeit ist er im Besitzt einer beachtliche Zusammenstellung von mehreren Autographen, Erstausgaben der Werke, Porträts, Literatur aus seinem Umkreis, wie Bildmaterialien von Jean Paul. Das Museum wurde durch diese große Sammlung 1980 für Jean Paul gegründet.

1994 wurde diese Sammlung durch sehr wertvolle Handschriften und Dokumentationen erheblich erweitert.

Das Museum ist jetzt im ehemaligen Wohnhaus der Tochter von Richard Wagner, Eva und ihren Mann Housten Stewart Chamberlain. Stewart Chamberlains Schriften wurden wegen der Einflüsse auf den Nationalsozialismus umstritten.

Aber auch Jean Paul wurde fundamental und eben so absichtlich missverstanden und als ein Vernichter von Kultur und Geist missbraucht. Jean Paul war ein gütiger und rücksichtsvoller Mensch und dass seine Heimat nun das Haus Chamberlains ist, scheint, als hätte Jean Pauls Menschlichkeit das Unmenschliche überragt.

Adresse:

Jean-Paul-Museum
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth
Telefon: 09 21/5 07 14 44
Telefax: 09 21/7 57 28 22
E-Mail: friedrich(at)wagnermuseum.de


Träger: Stadt Bayreuth
Leitung: Dr. Sven Friedrich


Öffnungszeiten:

September-Juni,
täglich: 10 - 12 Uhr, 14 - 17 Uhr

Juli/August,
täglich: 10 - 17 Uhr

Neuerwerbungen für das Jean-Paul-Museum in Bayreuth

Wertvoller Zuwachs für Städtische Museen
Portrait von Caroline Flotow
Portrait von Christian Otto
Portrait von Wilhelm Flotow

Jean-Paul-Museum und Historisches Museum erwerben Konvolut von drei Pastellgemälden

Wertvoller Zuwachs für das Jean-Paul-Museum und das Historische Museum:

Den beiden städtischen Museen wurde ein Konvolut von drei Pastellgemälden zum Kauf angeboten worden, wovon zwei für das Jean-Paul-Museum erworben werden konnten.

Es handelt sich um Porträts von Caroline Freifrau von Lindenfels (1774-1850), geborene von Flotow, sowie von ihrem Bruder Wilhelm von Flotow (1787-1835). Das dritte Gemälde, das den Vater der beiden Geschwister, Hellmut Heinrich Gustav von Flotow, zeigt, wurde vom Historischen Museum angekauft.

In seinem berühmten Brief vom 3. September 1793 an Renate Wirth spricht Jean Paul von einem Entzücken an Renates Freundin Caroline von Flotow. Nach ihren Tagebüchern hat Caroline von Lindenfels Jean Pauls leiden-schaftliches Interesse jedoch nicht bemerkt.

Die Familie von Lindenfels stammt aus Thumsenreuth, einem Ortsteil der Gemeinde Krummennaab im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz. Seit 1661 befindet sich das Schloss Thumsenreuth in den Händen der Familie von Lindenfels.

Das vom Historischen Museum erworbene Pastellbildnis wiederum zeigt Hellmut Heinrich Gustav von Flotow (1741-1797). Der mecklen-burgische Adelige kam durch seine Heirat in den Besitz des Schlosses Göppmannsbühl und war Kammerdirektor in Bayreuth. Eine große Anzahl von Schriftstücken aus seinem persönlichen Nachlass und aus dem ehemaligen Archiv Göppmannsbühl befindet sich im Stadtarchiv Bayreuth.

Das Jean-Paul-Museum kann zudem einen weiteren Neuzugang verzeichnen. Es handelt sich um ein 70 x 57 cm großes Ölportrait von Christian Georg Otto, einem Mitschüler Jean Pauls in Hof, späterer Jurist und Schriftsteller, der zu einem der "Kardinalsfreunde" des Dichters wurde. Christian Otto war nicht nur als Brief- und Ansprechpartner, Freund und Ratgeber für Jean Paul wichtig, sondern hat sich als dessen erster Biograph um sein Andenken in besonderer Weise verdient gemacht.

Das Gemälde war bereits 1997 als Schenkung von einer Nachfahrin Jean Pauls dem Jean-Paul-Museum zugewendet worden, allerdings mit der Auflage, bis zu ihrem Ableben in ihrem Besitz zu verbleiben. Nach ihrem Tod im März dieses Jahres wurde es nach Bayreuth gebracht, restauriert und wird jetzt im Jean-Paul-Museum dauerhaft ausgestellt.

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