Wilhelmine von Bayreuth

Markgraefin Wilhelmine von Bayreuth

Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth *3.7.1709 in Berlin †14.10.1758 in Bayreuth.

Vater: Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen.

Mutter: Sophie Dorothea von Hannover.

20.11.1731 Hochzeit mit Erbprinz Friedrich von Bayreuth.

7.5.1735 bis 14.10.1758 Markgräfin.

August 1732 Geburt der einzigen Tochter Friederike Sophie.

1734 Unterricht in Kompositionslehre bei Johann Pfeiffer.


1737 Intendantin der Hofoper Bayreuth.

Mai 1740 Aufführung der von Wilhelmine komponierten Oper "Argenore"

1755 diktiert sie ihrem Kammerherrn die "Souvenirs de Rome".

Wilhelmine wird am 3.7.1709 als Tochter von Kronprinz Friedrich Wilhelm (ab 1713 König in Preußen, später genannt der Soldatenkönig und seiner Gemahlin Sophie Dorothea, Tochter des Kurfürsten Georg von Hannover (1714 König Georg I. von England) geboren. Am 21. Januar 1712 kommt Wilhelmines Bruder Friedrich, der spätere Friedrich der Große, zur Welt.

Wilhelmine gilt als Lieblingsschwester Friedrichs. 1717 wird Maturin Veyssiere de la Croze (1661-1739) Wilhelmines Lehrer. Ihre Mutter Sophie Dorothea arbeitet ab Mitte der zwanziger Jahre an dem ehrgeizigen Projekt einer Doppelheirat Preußen-England/Hannover. Wilhelmine soll Friedrich Ludwig von Hannover und Kronprinz Friedrich von Preußen Prinzessin Amalia von Hannover heiraten. Als der Vater Friedrich Wilhelm I. davon erfährt, unterbindet er jegliche Heiratspläne Richtung England, da er diese als illoyal gegenüber dem Kaiser betrachtet.

1729 heiratet Wilhelmines jüngere Schwester Friederike Luise den Markgrafen Karl Wilhelm Friedrich von Ansbach.

1730 versucht Kronprinz Friedrich dem harten Regime des Vaters zu entfliehen. Die Flucht wird entdeckt, Friedrich in Küstrin arretiert, sein Freund und Helfer Katte hingerichtet und Wilhelmine der Mitwisserschaft an den Fluchtplänen verdächtigt. Das Regime des Königs gegen die Kinder wird noch strenger. Im Oktober erkrankt Wilhelmine schwer.

Im Mai 1731 stellt der preußische König seine Tochter Wilhelmine vor das Ultimatum, entweder den Erbprinzen- Friedrich von Bayreuth oder Herzog Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels, der 24 Jahre älter als sie ist, oder den Markgrafen Friedrich Wilhelm von Schwedt zu heiraten. Falls sie nicht gehorcht, droht ihr der Vater Festungshaft in Spandau an.

Wilhelmine wird am 3. Juni mit dem Erbprinzen Friedrich von Bayreuth verlobt. Am 20. November findet die Hochzeit in Berlin statt.

Anfang 1732 zieht das frischvermählte Paar nach Bayreuth. Wilhemine liebt ihren Gatten. Im August wird Tochter Friederike Sophie (1732-1780), das einzige Kind Wilhelmines, geboren.

1733 heiratet Wilhelmines Bruder, Kronprinz Friedrich, unter dem Zwang des Vaters Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel.

1734 beginnt Wilhelmine mit dem Unterricht in Kompositionslehre bei Johann Pfeiffer (1697-1761). Im Oktober findet der erste offizielle Besuch von Bruder Friedrich bei seine Schwester in Bayreuth statt.

Am 7. Mai 1735 stirbt Markgraf Georg Friedrich Karl. Sein Sohn, Wilhelmines Gemahl Friedrich wird Markgraf von Bayreuth. Zu ihrem Geburtstag erhält Wilhelmine die Eremitage geschenkt.

1737 übernimmt die Markgräfin die Intendanz der Hofoper und sorgt für ein reiches Musikleben in der Residenz. Sie holt zahlreiche italienische Musiker nach Bayreuth, u.a. G. A. Paganelli. 1738 wird Daniel von Superville (1696-1773), von Kronprinz Friedrich vermittelt, Leibarzt am Bayreuther Hof. Er ist in den nächsten Jahren ein einflußreicher Berater der Markgräfin.

Im Mai 1740 wird die von Wilhelmine komponierten Oper Argenore zum Geburtstag des Markgrafen aufgeführt. Ende Mai stirbt ihr Vater Friedrich Wilhelm I., Bruder Friedrich wird König in Preußen. Im September 1743 besucht er mit Voltaire Bayreuth, Wilhelmine und Voltaire spielen gemeinsam im Stück Bajazet von Racine.

Von 1744 bis 1747 verfasst Wilhelmine ihre Memoiren. 1748 wird der Bau des Bayreuther Opernhaus unter dem kaiserlichen Architekten Giuseppe Galli Bibiena und seinen Sohn Carlo beendet. Zur Einweihung führt man "Il trionfo d'Ezio" und "Artaserse"von Johann Adolf Hasse auf.

Im Herbst 1750 hält sich Wilhelmine am Hof ihres Bruders in Potsdam und Berlin auf. Sie begegnet dort Voltaire, Algarotti, Maupertuis, La Mettrie. Drei Jahre später weilt sie das letzte Mal am Berliner Hof.

Im Frühjahr 1755 reist Wilhelmine nach Italien, wo sie u.a. bei dem Marquis de Sade wohnt. Erst im Herbst kehrt sie nach Bayreuth zurück. Dort diktiert sie ihrem Kammerherrn Carl Heinrich von Gleichen die Souvenirs de Rome 1757 schickt Wilhelmine Mirabeau mit Billigung ihres Bruders Friedrichs in diplomatischer Mission nach Paris, um die Pläne der Franzosen zu erkunden. Wilhelmines Versuche einen Krieg mit Frankreich abzuwenden, bleiben erfolglos.

Im Juni stirbt Wilhelmines Mutter Sophie Dorothea von Preußen in Berlin. 1758 marschiert das Bayreuther Kontingent mit der Reichsarmee gegen Friedrich den Großen. Am 14.Oktober 1758 erleidet er in der Schlacht bei Hochkirch eine schwere Niederlage.

An diesem Tag stirbt auch Wilhelmine in Bayreuth.

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