Schlosskirche

Die Schlosskirche mit dem Grab Wilhelmines

Bis 1756 entstand eine neue Schlosskirche, die heute als katholische Pfarrkirche dient. Der gestreckte Saalraum mit gerundeten Stirnseiten verlor im 19. Jahrhundert seine Ausmahlung und wesentliche Teile der Ausstattung. Geblieben sind die zarten Stukkaturen von Jean Baptiste Pedrozzi, vor allem aber die Fürstengruft, in der Markgräfin Wilhelmine, die Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, mit ihrem Gemahl und ihrer Tochter beigesetzt wurde.
Carl Philipp Gontard entwarf wahrscheinlich um 1760 diese reizvolle Kleinarchitektur aus weißem und schwarzem Marmor. Motive wie Urnen nehmen hier bereits Elemente des Klassizismus vorweg. Schmuck und Blickfang von Bayreuths Altem Schloss sind die Lorbeermedaillons über dem Erdgeschossfenstern. 

Ihre Brustbilder von antiken Göttern, Kaisern und wohl zeitgenössischen Persönlichkeiten schufen verschiedene Hofbildhauer zwischen 1625 und 1700. Dem aus einer französischen Hugenottenfamilie stammenden Gontard, der seine Karriere als Tanzmeister am markgräflichen Hof begonnen hatte, wurde auch der abgebrannte Nordflügel als Bauplatz übertragen. Vom Luitpoldplatz aus bieten die beiden damals errichteten Gontard-Palais mit dem Schlossturm im Hintergrund einen reizvollen Anblick. An dem Hang erhebt sich links Gontards eigenes, erstaunlich aufwendiges Wohnhaus und rechts, durch einen Aufgang getrennt, das Palais d'Adhemar. Gontards nobler, auf ausgewogene Proportionen bedachter Stil ist in diesen Frühwerken schon voll ausgebildet.

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