Stadtkirche

Als Bayreuth 1603 Residenz geworden war, wurde die Stadtkirche zur Hofkirche der Markgrafen, Grabkirche der Hohenzollern und Hauptkirche des Fürstentums. Ausserdem zählt sie zu den bedeutendsten gotischen Sakralbauten Oberfrankens. Dem homogen wirkenden Äußeren sieht man die wechselvolle Baugeschichte nicht an. Die dreischiffige Basilika mit zwei Westtürmen hatte einen romanischen Vorgängerbau, von dem nur noch die Untergeschosse des Nordturmes stammen. Um 1375 wurde mit dem Chor begonnen, der stilistisch in der Nachfolge der Parlerbauhütte steht.

Im Hussitenkrieg 1430 stark zerstört, konnte die Kirche erst 1470 eingewölbt werden. 1529 erhielten dann die Türme eine einheitliche Form mit Verbindungssteg für den Türmer. Doch ein verheerender Stadtbrand 1605 richtete schwere Schäden an. Den Wiederaufbau leitete der markgräfliche Baumeister Michael Mebart aus Straßburg, der in nachgotischen Formen dem früheren Aussehen folgte. Die "Brauttür" am nördlichen Treppenturm zeigt dagegen den Zeitgeschmack der deutschen Spätrenaissance. Im südlichen Seitenschiff hängt das altarähnliche Küffnersche Epitaph. Hier fügte der Hofmaler Heinrich Bollandt Stifterportraits mit biblischen Szenen an eine spätgotische Schnitzgruppe der "Anbetung der Könige." In der Predella befinden sich als wertvolles Dokument der Stadtgeschichte die älteste erhaltene Ansicht Bayreuths. 

Unter dem Chor liegt die Fürstengruft, in der von 1620 bis 1734 insgesamt 26 Angehörige des Hauses Brandenburg-Bayreuth bestattet worden sind. Auch zahlreiche Hofbeamte ließen sich in der Kirche begraben und aufwendige Epitaphien errichten. Der mächtige Hochaltar mit den virtuos geschnitzten Seitenwangen stammt von dem Nürnberger Bildhauer Hans Werner. Derselbe Künstler schuf die Reliefs, die jetzt in den neugotischen Taufstein eingesetzt sind. Die in weichen Alabaster geschnittenen Szenen, darunter das seltene Thema "Christus in der Kelter", zeigen schon frühbarockische Dynamik.

Teilen: