Stiftskirche St. Georgen

Stiftskirche St. Georgen Aussenansicht

Neben der Ordenskirche ist die Stiftskirche die zweite bedeutende Kirche in
St. Georgen.

Sie ist, wie die Ordenskirche, Teil der historischen Straßenzeile, die Georg Wilhelm seit 1702 hat planen und bauen lassen, und die mit geringfügigen Änderungen bis heute erhalten geblieben ist. Je zwölf baugleiche, für die Barockzeit sehr schlicht gehaltene Häuser wurden links und rechts der Straße errichtet. In der Gründungsphase wohnten hier neben einigen adeligen Hofleuten und Ordensrittern vor allem Handwerker.

Am Ende der Straße befindet sich auf der rechten Seite ein größeres, langgestrecktes Gebäude, das Gravenreuther Stift mit seiner Stiftskirche.
Georg Christoph von Gravenreuth hatte 1735 in seinem Testament bestimmt, dass aus seinem Nachlass ein Spital für alte und arme Leute mit einer Kapelle errichtet werden sollte, ein Armen- und Altenwohnheim.

Verantwortlich für den Bau, der 1744 fertig gestellt wurde, war Johann Georg Weiß, der als Nachfolger seines Vaters Johann Jakob auch schon beim Bau der Ordenskirche mitgewirkt hatte.

Das aus gelbem Sandstein errichtete Gebäude zeigt eine Dreiteilung, wobei die beiden Außenteile einander entsprechen und der Mittelteil - die Kirche - deutlich hervorgehoben ist.


Wir treten in die Rokoko - Kirche ein, der Kirchenraum strahlt Ruhe aus, eine freundliche Ruhe, hervorgerufen durch die hellen Farben und die Geschlossenheit des Raumes, die einen einfängt und hier zu Hause sein lässt.

Mittelpunkt unseres Blickes ist der Altar, wie schon in der Ordenskirche wieder ein Kanzelaltar in Gestalt eines Portals mit der Orgel als oberen Abschluss. Er steht im Westen, da sich auch diese Kirche in den Straßenverlauf einfügen musste.

Über dem Kanzeldeckel ist ein Pelikan dargestellt, der sich seine Brust aufreißt und durch sein Blut seinen beiden Jungen lebenserhaltende Nahrung schenkt - ein Bild für den sich aufopfernden Christus.

Der Kanzelprospekt wird eingerahmt von den vier Evangelisten mit ihren Symbolen:
* links Markus             (mit dem Löwen),
* rechts Johannes       (mit dem Adler),
auf den Giebelecken sitzend:
* links oben Matthäus (mit dem Engel)
* rechts Lukas             (mit dem Stier).

Alle vier haben in der einen Hand aufgeschlagen ihr Buch und in der andern ihr Schreibzeug.

Über Altar und Kanzel befindet sich die moderne Orgel in einem sehr schlichtem Prospekt, der aber das Gemälde an dieser Stelle der Decke freilässt: die Flucht von Maria und Josef mit ihrem Kind nach Ägypten.

Die Decke beherrscht ein großes Gemälde, das die Geburt Jesu darstellt.

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