28.12.2011

von foodwatch B° RB

Bilder des Jahres

foodwatch e.V.: Die Bilder des Jahres - wir haben gemeinsam viel erreicht. Alles zum Thema gibt es gleich hier

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Was für ein turbulentes Jahr in unserem Kampf gegen Irreführung, Täuschung und Gesundheitsgefahren bei Lebensmitteln! Der Blick zurück auf 2011 macht Mut: Wenn wir gemeinsam aktiv werden, bewegt sich etwas. Zusammen haben wir mehr als 200.000 E-Mails direkt an Politiker und Unternehmen geschrieben. Das zeigte Wirkung: Unternehmen haben ihre Produkte geändert, die Regierung zum Beispiel einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser eingeführt. Für Ihr großes Engagement möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken! Wenn Sie selbst noch mehr tun möchten, unterstützen Sie foodwatch als Fördermitglied - schon ab 5 Euro im Monat. Werden Sie jetzt Teil von foodwatch.


Konzerne reagieren auf Protest

Man kann ja doch nichts tun - dieser Satz ist falsch! Unsere E-Mail-Aktionen auf abgespeist.de zeigen Wirkung: Gutfried etwa verwendet kein Schweinefleisch mehr in seiner Putenwurst, Käse-Multi Bongrain warnt explizit vor Anti-Pilzmittel in der Rinde seines Saint-Albray-Klosterkäses und auch Danone bewegte sich: Der Konzern stoppte die irreführende Werbung für seinen angeblich "umweltfreundlicheren" Activia-Becher.


Uran-Grenzwert für Trinkwasser jetzt Gesetz

Jahrelang hatte foodwatch kritische Uranwerte in Trinkwasser öffentlich gemacht. Unsere Ausdauer hat sich bezahlt gemacht: Seit dem 1. November 2011 gibt es endlich einen verbindlichen Grenzwert für die Uranbelastung. Für Mineralwasser in Flaschen gilt dieser noch nicht. Wir kämpfen daher weiter!


Nahrungsmittelspekulation: Hände weg vom Acker, Mann!

Der foodwatch-Report "Die Hungermacher" belegt: Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen verursacht Hunger. In einer E-Mail-Aktion fordert foodwatch die Deutsche Bank, einen der wichtigsten "Global Player" im internationalen Rohstoff-Kasino, zum Ausstieg auf. Bereits 50.000 Menschen unterzeichneten den Aufruf. Und der Protest zeigt Wirkung: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann versprach in einem persönlichen Brief an foodwatch, bis Januar den Ausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation zu prüfen. Wir werden genau hinschauen!


Goldener Windbeutel immer populärer

Fast 120.000 Verbraucher machten mit bei der Wahl zur dreistesten Werbelüge des Jahres - ein Rekord. Klarer "Gewinner": die vermeintlich sportlich-leichte Milch-Schnitte, die tatsächlich so viel Fett und Zucker enthält wie Schoko-Sahnetorte. Medienwirksam überreichten wir den Goldenen Windbeutel am Firmensitz des Lebensmittel-Riesen Ferrero.


Etikettenschwindel: Jetzt auch Thema für die Politik

Seit Jahren veröffentlicht foodwatch auf abgespeist.de besonders dreiste Fälle von Verbrauchertäuschung. Endlich erkannte auch Frau Aigner Etikettenschwindel offiziell als Problem an: Auf der neuen Plattform des Ministeriums lebensmittelklarheit.de können Verbraucher nun Mogelpackungen melden - ein erster Schritt. Die Ministerin versprach auch, mit "staatlichen Maßnahmen" auf die Kritik der Verbraucher zu reagieren. An diesem Versprechen werden wir Frau Aigner messen!


foodwatch deckt auf: Unzureichender Gesundheitsschutz nach Fukushima

Nach der verheerenden Reaktorkatastrophe in Japan war hierzulande die Sorge vor radioaktiv belasteten Lebensmitteln groß. Absurderweise lockerte die EU jedoch die Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan. foodwatch machte dies öffentlich - und die EU korrigierte ihre Politik. In dem umfassenden Report "Kalkulierter Strahlentod" zeigt foodwatch: Die derzeit geltenden Höchstgrenzen in Japan und der EU bieten keinen ausreichenden Gesundheitsschutz und müssen drastisch gesenkt werden.


Gute Chancen für das Smiley-System

In die Debatte um die Veröffentlichung der Lebensmittelkontrollen ist 2011 Bewegung gekommen: Die Verbraucherminister der Bundesländer sprachen sich eindeutig dafür aus, alle Ergebnisse mit dem Smiley-System öffentlich zu machen. Die Wirtschaftsminister stellen sich noch quer, doch ein kleiner Bezirk schafft bereits Fakten: Berlin-Pankow stellt seit November Kontrollergebnisse aus der Gastronomie ins Internet, bewertet mit dem Smiley-System.


Dioxin im Essen: Symbolpolitik von Frau Aigner

Während des Dioxin-Skandals standen bei foodwatch die Telefone nicht still. 1.400 Mal binnen einen Monats berichteten Zeitungen und Sender über foodwatch und unsere Forderung nach Pflicht-Tests für Futtermittel. Verbraucherministerin Ilse Aigner versprach ein entschlossenes Vorgehen. Doch der foodwatch-Report "Chronisch vergiftet" deckte auf: Nachdem das Thema aus den Schlagzeilen verschwunden war, blieb von den vollmundigen Ankündigungen nicht viel übrig. Wir bleiben dran!  


Liebe Freunde und Unterstützer, wir glauben, unsere Bilanz für 2011 kann sich sehen lassen. Mehr denn je zeigt sich: Wenn wir gemeinsam handeln, sind Konzerne und Politik unter Zugzwang. Wir wissen aber auch: Wir dürfen nicht nachlassen und wir können noch mehr erreichen. Der Lebensmittelmarkt ist für uns Verbraucher da - und nicht umgekehrt. Wir werden auch im nächsten Jahr weiter kämpfen. Unsere große Bitte: Unterstützen Sie jetzt unsere wichtige Arbeit für 2012. Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen und eine deutliche Botschaft an die übermächtige Lebensmittel-Lobby zu senden.


PS: foodwatch ist unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanziert sich aus Förderbeiträgen und Spenden. Die Beiträge unserer Förderer machen foodwatch erst möglich.


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