01.10.2017

von Stiftung Warentest B° RB

iPhone 8 und iPhone 8 Plus

Stiftung Warentest. iPhone 8 und iPhone 8 Plus: Sinn­volle Weiter­entwick­lung im Glasgewand

iPhone 8 und iPhone 8 Plus

Gleich drei neue iPhone-Modelle hat Apple für diesen Herbst angekündigt. Zwei davon – das iPhone 8 und das 8 Plus – sind jetzt im Handel. Das kleinere iPhone 8 (64GB) gibt es ab 799 Euro, das größere 8 Plus (64GB) ab 909 Euro. Unser Schnell­test klärt, ob Apple-Fans jetzt zuschlagen sollten, oder besser auf das iPhone X warten.

Neuer Lack – Glas vorne und hinten

Schick wie eh und je sind die neuen iPhones 8 und 8 Plus. Zwar gibt es auf den ersten Blick keine Design-Revolution, denn von weitem sehen die iPhones nicht anders aus als ihre Vorgänger. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber doch ein echter Hingu­cker: Apple hat seinen iPhones ein Glasgewand spendiert. Auch auf der Rück­seite sind die Smartphones nun mit Glas beschichtet.

Die iPhones bestehen den Fall­test

Das Glas­gehäuse wirkt edel, lässt aber besonders nach Samsungs mehrfachem Scheitern im Falltest Befürchtungen aufkommen. Wie stabil sind die iPhones? Apple spricht zwar mit der üblichen Bescheidenheit vom „stabilsten Glas, dass es je in einem Smartphone gab“. Wir wollten es aber genau wissen und haben die Smartphones wie immer in unsere Fall­trommel gelegt. Beide iPhones haben die 100 Stürze in der Fall­trommel über­lebt. Ganz ohne Blessuren, sind die Geräte allerdings nicht davon gekommen (siehe Foto).

Neuer Motor – ein Prozessor mit 6 Kernen

Die wirk­lich wesentlichen Änderungen hat Apple allerdings unter der Haube der iPhones vorgenommen. In beiden Smartphones steckt der neue A11-Bionic-Prozessor mit sechs Rechenkernen. Der sorgt im Alltag für eine gute Performance. Wir konnten im Schnell­test keine Ruckler oder lange Warte­zeiten bei den üblichen Anwendungen fest­stellen. Auch den Grafikchip­satz hat Apple über­arbeitet. Das soll die iPhones besonders für „Augmented Reality“-Anwendungen fit machen. Das sind Anwendungen, bei denen in das Live-Bild der Kamera zum Beispiel orts­bezogene Zusatz­informationen einge­blendet werden.

Tipp: Tests von hunderten Smartphones finden Sie im Produktfinder Handys auf test.de. Dort finden Sie auch die ausführ­lichen Test­ergeb­nisse zum iPhone 7 und zum iPhone 7 Plus. In Kürze veröffent­lichen wir in der großen Test-Daten­bank zudem die kompletten Prüf­ergeb­nisse zum iPhone 8 und iPhone 8 Plus.

Die derzeit beste Smartphone-Kamera

Die guten Kameras waren schon immer ein Kaufargument für die iPhones. Auch beim iPhone 8 – und speziell beim 8 Plus –trifft das wieder zu. Insgesamt gehören die Kameras zu den besten, die wir bisher in Smartphones vorgefunden haben. Dabei besticht besonders das 8 Plus wie sein Vorgänger mit der Doppelkamera, die einen zweifachen optischen Zoom durch den Wechsel zwischen Weitwinkel und Tele­optik ermöglicht. Sie schneidet sogar noch einen Tick besser ab als die Topkamera im Samsung Galaxy Note 8. Apple hat den LED-Blitz über­arbeitet. Der blitzt nun etwas länger. Das erhöht zwar die Auslösever­zögerung, was spontane Schnapp­schüsse erschwert, sorgt aber durch die längere Belichtung für weniger Bild­rauschen bei Aufnahmen in licht­schwacher Umge­bung. Zudem kann der Nutzer jetzt im Porträtmodus des 8 Plus verschiedene Licht­szenarien auswählen und die Bilder unterschiedlich ausleuchten. Das sorgt zum Teil für spannende Effekte und vielfältige Möglich­keiten beim Fotografieren.

Die iPhones filmen tolle Videos in 4K-Auflösung

Beide iPhones punkten mit ihren 4K-Videos, die sie sehr scharf und flüssig aufnehmen. Auch hier macht sich der neue Prozessor bemerk­bar. Einziger Wermuts­tropfen: Die Daten­menge für diese Videos mit vierfacher HD-Auflösung ist extrem hoch. Zwar komprimieren die iPhones das Video­material auf dem Gerät. Spätestens beim Export etwa auf einen Computer fallen aber riesige Mengen an.

Display passt sich an die Umge­bung an

Die Displays der beiden neuen iPhones präsentieren sich in den gleichen Abmessungen wie beim Vorgänger. Das kleinere iPhone 8 bietet eine Diagonale von 11,9 Zenti­metern. Das größere Gerät misst in der Diagonalen 13,9 Zenti­meter. Neu in den iPhones ist hingegen die „true tone“-Funk­tion, die es in iPads schon länger gibt. Damit passt sich das Display auto­matisch an die Umge­bung an – und zwar nicht nur wie bisher mit der Helligkeit des Bild­schirms, sondern auch mit der Farb­temperatur. Das wirkt im Alltag in der Tat nützlich. Insgesamt wissen die Bild­schirme der beiden Smartphones mit guter Farb­wieder­gabe und Auflösung zu glänzen.

Akku lässt sich jetzt auch kabellos laden

Eine weitere Neuerung, auf die iPhone-Besitzer lange gewartet haben, ist das kabellose Laden per Induktion. Laut Apple ermöglicht die neue Glasrück­seite erst­mals das Aufladen des Akkus ohne Kabel. Die Konkurrenz – zum Beispiel Samsung – beherrscht das schon länger. Apple verwendet hierbei den weit­verbreiteten Qi-Stan­dard, so dass Nutzer nicht auf das Zubehör von Apple angewiesen sind. Sie können also zum Beispiel auch die Induktionsladefelder von Ikea verwenden. Solche Ladeflächen oder ein Lade­kabel haben Besitzer der neuen iPhones hoffentlich ständig parat, denn die Akkus sind bei beiden nicht berauschend: Das kleinere iPhone lässt seinen Nutzer bei regel­mäßiger Bean­spruchung bereits nach 19 Stunden im Stich. Das größere iPhone hält immerhin 21 Stunden durch. Das kleine ist nach gut zwei­einhalb Stunden wieder gefüllt, das große nach drei Stunden. Wie mitt­lerweile leider üblich bei fast allen Smartphones kann der Akku nicht ohne weiteres vom Nutzer ersetzt werden.

iPhone X: Apple macht sich selbst Konkurrenz

Konkurrenz für die beiden neuen iPhones kommt ausgerechnet aus dem eigenen Haus – mit dem iPhone X. Das kann bereits ab Ende Oktober vorbestellt werden und wird ab Anfang November ausgeliefert. Laut Apple ist es das erste iPhone mit fast randlosem Display, das zudem mit OLED-Technik funk­tioniert. Somit verbaut der US-Anbieter erst­mals ein Display mit organischen Leucht­dioden. Diese Bild­schirme punkten in der Regel mit sattem Schwarz und brillanter Farb­wieder­gabe. Außerdem verspricht Apple für das iPhone X „Face ID“, also eine Entsperrung des Smartphones über Gesichts­erkennung. Die dafür eigens entwickelte „True Depth“-Frontkamera soll „fantastische Selfies“ machen, verspricht der Anbieter aus Cupertino. Die Konkurrenz von Samsung, etwa das Galaxy S8, kann übrigens schon länger die Geräte per Gesichts­erkennung entsperren. Natürlich lässt Apple sich diese Neuerungen gut bezahlen. Das iPhone X gibt es in der Variante mit 64 Gigabyte Speicher für 1 149 Euro. Das sind 240 Euro mehr als für das ähnlich große iPhone 8 Plus und stolze 350 Euro mehr als für das iPhone 8 mit gleicher Speichergröße.

Fazit: Schwere Entscheidung für Apple-Fans

Apple-Fans stecken in der Bredouille. Eigentlich können Sie mit den neuen iPhones wenig falsch machen. Die Geräte sind sinn­volle Weiter­entwick­lungen der Vorgängermodelle und bieten ein paar neue spannende Funk­tionen, wie das induktive Laden oder auch bei der Kamera. Selbst beim Design hat Apple mit Glas vorne und hinten zumindest etwas Inno­vation gewagt. Doch iPhone-Fans wollen selten nur das zweit­beste seiner Gattung. So werden die meisten Apple-Enthusiasten wohl zunächst warten, bis das iPhone X in den Läden greif­bar ist und sich dann entscheiden, für welches iPhone sie viel Geld auf den Tisch legen. Sobald wir das iPhone X ergattern, werden wir es selbst­verständlich testen und darüber berichten. Wir informieren Sie über die Ergeb­nisse, wenn Sie sich für unseren Newsletter anmelden.

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