19.02.2016

von Stadt Bayreuth B° RB

Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit bringen

Informationsabend der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth und der Agentur für Arbeit

Stadt Bayreuth

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth und die Agentur für Arbeit Bayreuth Hof haben am Mittwochabend (18.2.2016) interessierte Unternehmen zu einer gemeinsamen Infoveranstaltung zum Thema Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt eingeladen. Die Resonanz war enorm: über 100 Teilnehmer aus rund 60 Firmen erkundigten sich über Möglichkeiten und Wege.

Rund 600 Flüchtlinge sind in der Stadt Bayreuth mittlerweile in den Gemeinschaftsunterkünften und in dezentralen Wohnungen untergebracht. Im Landkreis leben weitere 700 Personen.

Viele Unternehmen wollen diesen Flüchtlingen beim Start in die Arbeit und Ausbildung helfen und zugleich neue Arbeitskräfte für die Zukunft gewinnen. Wie ein unternehmerisches Engagement aussehen kann und wie eine Firma die ersten Schritte gehen kann, erklärten gestern Experten der Stadt Bayreuth, der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, der IHK Oberfranken und der Handwerkkammer Oberfranken im Beisein von Bayreuths 3. Bürgermeisterin Dr. Beate Kuhn und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof, Sebastian Peine.

Der Saal im Internationalen Jugendkulturzentrum in Bayreuth platzte dabei fast aus allen Nähten. Mit einem solchen Ansturm hatten die Initiatoren nicht gerechnet. Aus kleinen Handwerkbetrieben ebenso wie aus großen, weltweit tätigen Unternehmen waren die für Personalfragen Verantwortlichen gekommen. „Mit der Veranstaltung wollten wir offene Fragen klären, Kontakte und Ansprechpartner für Unternehmen aus der Region vermitteln und Leistungen zur Unterstützung bekannter machen“, so Matthias Mörk, Fachkräftemanager bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Bayreuth.

Sowohl bei der Arbeitsagentur als auch bei den Kammern und der Stadt haben Unternehmen nun gezielte Ansprechpartner, die nicht nur in der Phase der Einstellung, sondern auch später im Betrieb helfen. Hier können die erst kürzlich gestarteten Ausbildungsscouts der IHK ebenso wie die Bayreuth-Lotsen der Stadt Bayreuth langfristig unterstützen.

Ganz genau lauschten die Besucher den Ausführungen von Alexander Meile, der als Geschäftsführer eines Handwerksunternehmens in Kulmbach seit geraumer Zeit einen Auszubildenden beschäftigt und dabei von Positivem wie auch von Schwierigkeiten zu berichten wusste.

Durch die hohe Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge kombiniert mit einer Verkürzung der Wartefrist kommen verstärkt Asylbewerber, anerkannte Flüchtlinge sowie Geduldete als Kundinnen und Kunden auf Arbeitsagenturen und Jobcenter zu. Birgit Obermaier vom Arbeitgeberservice in Bayreuth warnte daher vor zu großen Erwartungen, was die Beschäftigung von Flüchtlingen anbetrifft: Im Agenturbezirk Bayreuth-Hof sind derzeit rund 870 Flüchtlinge registriert. Etwa 80 Prozent der Flüchtlinge verfügen über keine in Deutschland anerkannte Formalqualifikation. „Auf der anderen Seite sind gut 70 Prozent der Flüchtlinge in unserer Region jünger als 35 Jahre. Es bestehen also gute Chancen, diesen Personenkreis entsprechend zu qualifizieren, an den Arbeitsmarkt heranzuführen und im Idealfall eine betriebliche Ausbildung anzustreben“, so Obermaier. Für rund 40 der gemeldeten Flüchtlinge erscheint dies aufgrund Ihrer Kenntnisse bereits zeitnah realistisch. Das zeigt, welch gigantische Aufgabe noch vor der Region steht. Der gestrige Abend war da ein hoffnungsvoller Auftakt.

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