25.07.2014

von B° RB

Feldtag für Energie-Landwirte

Schwerpunkt Unkrautbekämpfung bei Dauerkulturen

Die Teilnehmer des Erfahrungsaustausch vor einer der Versuchsparzellen im Energiepflanzen Infozentrum Bayreuth

Wie kann der Anbau neuer Energiepflanzen umweltverträglich erfolgen? Ein entscheidendes Kapitel ist dabei die effiziente, aber umweltverträgliche
Unkrautbekämpfung. Zu diesem Thema fand am 26. Juni 2014 im
Energiepflanzen-Infozentrum Bayreuth ein Erfahrungsaustausch für Landwirte
und Energiepflanzenexperten statt. Die Ergebnisse werden in einen
Praxisleitfaden einfließen, den die Bioenergieregion Bayreuth im Sommer
veröffentlichen wird.

Etwa zwanzig Landwirte und Experten, darunter auch die Landwirte, die an einem
Energiepflanzenfeldversuch der Bioenergieregion teilnehmen, waren zu dem
Erfahrungsaustausch gekommen. Treffpunkt waren die Landwirtschaftlichen
Lehranstalten des Bezirkes Oberfranken, auf deren Gelände der Freistaat Bayern
das Energiepflanzen-Infozentrum eingerichtet hat. Unter anderem werden dort auf
sechs Versuchsparzellen verschiedene Verfahren der Unkrautbekämpfung beim
Anbau der Becherpflanze erprobt. Diese Pflanze ist eine ertragreiche Alternative zu
Mais, die als Dauerkultur nur einmal gepflanzt werden muss und nach der Ernte von alleine wieder nachwächst – bis zu fünfzehn Jahre lang. Dadurch sparen die
Landwirte viele Arbeitsschritte und auch die Umwelt profitiert: Die dichte
Wurzelmasse stabilisiert den Boden, schützt vor Erosion und vermindert den
Nitrateintrag ins Grundwasser. Das Erntegut wird an Biogasanlagen geliefert und
dort zur Erzeugung klimafreundlicher Wärme und von Ökostrom verwendet.

Bis sich an einem Standort die Becherpflanze etabliert hat, machen ihr allerdings in
den ersten beiden Jahren Unkräuter und Ungräser Konkurrenz. Es ist also
entscheidend, in dieser Zeit den Bestand möglichst unkrautfrei zu halten. In späteren Jahren wird der Bestand so dicht, dass Unkräuter zurückgedrängt werden.

Welche Methode bei der Unkrautbekämpfung erfolgreich ist, ist stark von den
Standortbedingungen, in erster Linie von Bodenart und Bodentyp abhängig. Bei
leichteren Böden können mit einer Maschinenhacke gute Ergebnisse erzielt werden.
Mit einer so genannten Fingerhacke, die aktuell im Infozentrum getestet wird, kann
nicht nur das Unkraut zwischen Reihen, sondern auch zwischen den einzelnen
Pflanzen gut entfernt werden. Bei schwereren oder auch steinigen Böden ist der
Einsatz dieses Gerätes jedoch nur bedingt möglich. Als Alternativen wurden von den Experten angeführt: Eine Weißkleeuntersaat, die Mulchung mit Stroh ähnlich wie beim Erdbeeranbau oder verrottbare Folien, die mit Pflanzlöchern für die
Becherpflanze versehen sind. Auch chemische Mittel wie Stomp Aqua, Boxer oder
Fusilade können wirksam sein. Eine Mulchung mit Holzhackschnitzeln war auf der
Versuchsparzelle zwar sehr erfolgreich, die hohen Materialkosten dürften jedoch
verhindern, dass sich diese Variante in der landwirtschaftlichen Praxis durchsetzt.
Den Königsweg gibt es also nicht, vielmehr ist für jeden Standort ein individuelles
Konzept zu verfolgen.

Dass die Becherpflanze trotz ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrer ökologischen Vorteile
noch nicht weiter verbreitet ist, liegt auch daran, dass sie mit vergleichsweise hohen Kosten gepflanzt werden muss, weil die wesentlich kostengünstigere Direktaussaat bislang noch nicht im landwirtschaftlichen Maßstab geglückt ist. Die Kosten der Pflanzung amortisieren sich zwar nach einigen Jahren, weil eine Dauerkultur geringere Kosten mit sich bringt, trotzdem stellt die hohe Anfangsinvestition ein Hemmnis dar. Bis Aussaattechniken zur Verfügung stehen – hieran arbeitet unter anderem die Universität Bayreuth – wäre deshalb eine staatliche Unterstützung sinnvoll, beispielsweise aus Mitteln des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms.

Über das Ergebnis einer entsprechenden politischen Initiative aus der
Bioenergieregion Bayreuth berichtet unsere Pressemeldung 2014-12 vom 26.6.2014.

Wer mehr über neue Energiepflanzen erfahren möchte, kann den nächsten
EneLehranstalten des Bezirkes Oberfranken, Adolf-Wächter-Str. 39, besuchen. Der
Grundgedanke dieser Veranstaltung ist, die interessierte Öffentlichkeit über die
Vielzahl an Energiepflanzen zu informieren und sie im praktischen Anbau zu
demonstrieren. In einer ca. 2-stündigen Führung durch die Versuchsflächen, erklären
die Projektbeteiligten den Anbau der Pflanzen, deren Ertragspotential und welche
Vor- und Nachteile die Kulturen mit sich bringen. rgiepflanzen-Feldtag am 24. Juli 2014 von 10-12 Uhr in den Landwirtschaftlichen

Passend zum Thema

Der Stand der Forschung und Praxis zum Thema Becherpflanze kann auf der Website der Bioenergieregion Bayreuth heruntergeladen werden

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