06.07.2017

von B° RB

Stromerzeugung im Landkreis Bayreuth

Landratsamt Bayreuth: Stromerzeugung im Landkreis Bayreuth. Erneuerbare Energien legen kräftig zu Klimaschutzmanagement legt Energiebilanz vor

Entwicklung des Energieverbrauchs (gesamt)

Grafik: Erzeugung von Strom nach Gemeinden

Die erneuerbaren Energien legen im Landkreis Bayreuth weiter kräftig zu. Von 2011 bis 2015, in nur vier Jahren, hat sich bei der Stromversorgung der Anteil der erneuerbaren Energien im Landkreis Bayreuth mehr als verdoppelt. 

Bilanziell werden bereits 74 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt, die im Landkreis in Photovoltaik, Biogas-, Wind- und Wasserkraftanlagen erzeugt werden. Besonders stark war mit 18 Prozentpunkten der Anstieg von 2014 auf 1015, bedingt durch die Inbetriebnahme weiterer Windkraftanlagen. 

Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2015 und wurden vom Klimaschutzmanagement des Landkreises Bayreuth auf Basis von Auswertungen der regionalen Energieversorgungunternehmen zusammengestellt. Eine verlässliche Datenbasis für eine Auswertung des Jahres 2016 wird voraussichtlich erst Anfang 2018 vorliegen, da offizielle statistische Daten nicht früher bereitstehen. 

Landkreis Bayreuth bei erneuerbaren Energie deutlich über dem Durchschnitt

Mit 74 Prozent liegt der Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen am Gesamtstromverbrauch im Landkreis Bayreuth mehr als doppelt so hoch wie in Oberfranken (32%) und fast doppelt so hoch wie im bayerischen Durchschnitt (39%).

Starker Zuwachs bei Windkraft

Unter den erneuerbaren Energien teilen sich 2015 erstmals die Photovoltaik und die Windenergie die Spitzenposition mit jeweils 34 Prozent, gefolgt von Biomasse (30 Prozent) und Wasserkraft (2 Prozent), siehe Abb. 3.  Im Jahr 2014  lag die Windkraft hinter Photovoltaik und Biomasse noch an Platz drei. Die Verschiebung ist auf den starken Zubau von Windkraftanlagen im Jahr 2015 zurückzuführen. Da dieser auch 2016 weiter anhielt, ist davon auszugehen, dass Windkraft bei der nächsten Auswertung deutlich an der Spitze der  erneuerbaren Energien liegen und auch der Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigen wird. 

Niedriger Stromverbrauch im Landkreis

Die hohe Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch im Landkreis Bayreuth liegt nicht nur am verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern auch daran, dass der Stromverbrauch im Landkreis Bayreuth mit 3,8 MWh pro Einwohner und Jahr um mehr als ein Drittel unter dem oberfränkischen und auch unter dem bayerischen Durchschnitt liegt.  

Neun Gemeinden erzeugen mehr Strom als sie verbrauchen

Neun Gemeiden im Landkreis Bayreuth erzeugen (bilanziell) bereits mehr Strom als sie verbrauchen.  Darunter finden abgesehen von Speichersdorf, Heinersreuth und Gefrees meist kleinere Gemeinden mit geringem Energieverbrauch, die über größere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien verfügen. Spitzenreiter ist wie im Vorjahr die Gemeinde Prebitz, welche – hauptsächlich mit Biogasanlagen – beinahe das Dreifache des eigenen Stromverbrauchs erzeugt. 

Erneuerbarer Strom für knapp 84.000 Haushalte

Wenn man die absoluten Mengen an erzeugtem und ins Netz eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien betrachtet, so bilden im Jahr 2015 die gemeindefreien Gebiete mit den Windparks Lindenharter Forst-Nordwest und -Südost), Pegnitz und Gefrees die Spitzenreiter (siehe Abb. 6). Insgesamt wurden im Jahr 2015 im Landkreis Bayreuth 294 GWh Strom aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz eingespeist.  Damit kann bilanziell der Strombedarf von knapp 84.000 Drei-Personen-Haushalten gedeckt werden.

Dazu kommen noch jene Mengen an erneuerbaren Energien, die nicht eingespeist, sondern von den Erzeugern selbst genutzt wurden. Hierüber liegen jedoch keine statistischen Auswertungen vor.

Gesamtenergieverbrauch leicht rückläufig

Der witterungsbereinigte Gesamtenergieverbrauch hat seit 2011 um 4,4 Prozent abgenommen, und zwar von 3.705 GWh auf 3.550 GWh im Jahr 2015.

Verkehrssektor größter Energieverbraucher und Treibhausgas-Emittent

Im Landkreis Bayreuth ist mehr als die Hälfte (1.943 GWh, bzw. 55 Prozent) des Gesamtenergieverbrauchs auf den Sektor Verkehr zurückzuführen, gefolgt von Heizöl (21 Prozent), Strom aus erneuerbaren Energien (8 Prozent), Wärme aus erneuerbaren Energien (7 Prozent), Erdgas (6 Prozent), Strom aus nicht-erneuerbaren Quellen (3 Prozent) und Kohle (0,2 Prozent). Seit 2011 ist der Energieverbrauch des Verkehrssektors im Wesentlichen unverändert.

Auch beim Ausstoß von Treibhausgasen (siehe Abb. 9) ist der Verkehrssektor mit 523.000 Tonnen CO2 / Jahr mit Abstand der größte Emittent, gefolgt von den Sektoren Privathaushalte (266.200 Tonnen) und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Industrie (239.200 Tonnen).

Insgesamt ist der CO2-Ausstoß seit 2011 um sechs Prozent zurückgegangen, von 1,1 Mio. Tonnen auf 1 Mio. Tonnen. Dies entspricht einem CO2-Ausstoß von knapp 10 Tonnen pro Einwohner und Jahr.

Ausbau der E-Mobilität im Landkreis Bayreuth

Um den hohen Anteil der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen zu senken, setzt der Landkreis Bayreuth auf den Umstieg auf Elektromobilität, den er durch die Umsetzung seines Elektromobilitätskonzeptes beschleunigen möchte. Hierdurch kann auch  die Wertschöpfung in der Region gesteigert bzw. den Abfluss von Kapital für den Import von Energie reduziert werden.

Kernstück des Elektromobilitätskonzepts ist ein Handlungs- und Beschaffungsplan für die Bereiche Ladeinfrastruktur, Elektro-CarSharing und Elektrobusse für den öffentlichen Verkehr im Landkreis.  In den nächsten Jahren sollen knapp 50 öffentliche Ladesäulen im Landkreis errichtet werden. Dies reicht aus, weil 80 Prozent der Elektrofahrzeuge zuhause geladen werden. 

Die Entwicklung der Elektromobilität wurde in verschiedenen Szenarios durchgerechnet. Das optimistischste Szenario geht davon aus, dass bis zum Jahr 2033 die Zahl konventioneller Pkw von derzeit 66.000 auf Null zurückgeht. Stattdessen sind dann nur noch Elektrofahrzeuge unterwegs, Zudem geht das Best-Case-Szenario davon aus, dass sich aufgrund von Carsharing die Fahrzeugzahl um ca. ein Drittel reduzieren wird (siehe Abb. 10). Das Konzept kann unter tinyurl.com/emob-konzept  herunter geladen werden kann.

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