23.07.2017

von B° RB

Buchpräsentationen

Am 26. Juli 2017 werden um 11 Uhr und 14 Uhr in Bayreuth zwei Bücher zum Thema "Wagner" vorgestellt

Richard Wagner und Wien. Antisemitische Radikalisierung und das Entstehen des Wagnerismus

Wieland Wagner. Revolutionär und Visionär des Musiktheaters

Am Mittwoch, den 26. Juli 2017, finden zwei Buchvorstellungen im Saal von Haus Wahnfried statt. Der Eintritt ist frei.

Hannes Heer u.a. (Hrsg.): Richard Wagner und Wien. Antisemitische Radikalisierung und das Entstehen des Wagnerismus

Fakten
26. Juli 2017 um 11 Uhr und 14 Uhr | Buchpräsentationen im Richard Wagner Museum Bayreuth

Um 11 Uhr gibt zunächst die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Eva Rieger einen Überblick über die vielfältigen Beiträge des von Hannes Heer, Christian Glanz und Oliver Rathkolb herausgegebenen Tagungsbandes „Richard Wagner und Wien. Antisemitische Radikalisierung und das Entstehen des Wagnerismus“. Anschließend stellt der Historiker und Publizist Hannes Heer seinen Beitrag „Verschwörungstheorien und Vertreibungspläne. Die skandalöse Neuedition von Richard Wagners Pamphlet ‚Das Judenthum in der Musik‘ 1869“ vor. Kooperationspartner dieser Veranstaltung ist das Evangelische Bildungswerk Bayreuth.

Die in dem Tagungsband versammelten Beiträge dokumentieren ein internationales Symposion, das im Herbst 2014 an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien stattgefunden hat. Die Autorinnen und Autoren analysieren Richard Wagners Beziehung zu und seine Prägung durch Wien von 1861 bis zu seinem Tod 1883. Das Buch entwirft ein Porträt Wagners als eine die Wiener Gesellschaft, wie das Entstehen von drei Wagner-Vereinen zeigt, magnetisch anziehende oder, wie die Pressefehden gegen ihn demonstrieren, aufs Äußerste abstoßende Figur.

Das Ereignis seiner dort erfolgten politischen Radikalisierung zu einem Rassenantisemiten wird dabei als ein Amalgam unterschiedlichster Motive erklärt – die Erfahrung realer oder phantasierter  Abweisungen, ein der Durchsetzung seines Werks dienender Abgrenzungsfuror und zunehmend wahnhafte Untergangs- und Vernichtungsszenarien. Man begegnet auch den Gegenfiguren – dem Wiener Musikwissenschaftler und -kritiker Eduard Hanslick, der in der Person Wagners konträre Konzepte von Musik und Ästhetik bekämpfte, und dem jüdischen Komponisten und Hofoperndirektor Gustav Mahler, der Wagners Werke kongenial dirigiert und dessen antisemitische „Judenkarikaturen“ in den späten Opern mit seinen eigenen Symphonien musikalisch beantwortet hat. Thematisiert wird schließlich die von Georg von Schönerer in Österreich begründete, die Vereinigung mit Deutschland propagierende antisemitisch-deutschnationale Bewegung, die nach Wagners Tod zum festen Bestandteil des zunächst von Wien getragenen Wagnerismus wurde.

Der Historiker und Publizist Hannes Heer, geb. 1941, arbeitet als Rundfunkjournalist und Dramaturg am Deutschen Schauspiel Hamburg und an den Städtischen Bühnen Köln sowie als Regisseur von Dokumentarfilmen für ARD und ZDF. Von 1993 bis 2000 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Zusammen mit Jürgen Kersting und Peter Schmidt konzipierte er das Ausstellungsprojekt „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‚Juden‘ aus der Oper 1933 bis 1945“ an den Staatsopern Hamburg (2006), Berlin und Stuttgart (2008), am Staatstheater Darmstadt (2009), am Staatsschauspiel Dresden (2011) und in Bayreuth (2012). Heer verfasste zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung.

Ehrung: Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte (1997)

Das Buch erscheint im Juli 2017.

ca. 320 Seiten, 17,5 x 24 cm, Hardcover

ISBN: 978-3-99012-306-5

Hollitzer Verlag

Oswald Georg Bauer und Till Haberfeld: Wieland Wagner. Revolutionär und Visionär des Musiktheaters

Um 14 Uhr präsentieren Dr. Oswald Georg Bauer und Till Haberfeld ihr Buch „Wieland Wagner. Revolutionär und Visionär des Musiktheaters“.

Im Jahr 2017 wäre der Regisseur und Bühnenbildner Wieland Wagner, Enkel von Richard Wagner, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass erscheint eine umfassende Bild- und Textdokumentation seines künstlerischen Schaffens und Wirkens.

Mit der Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele im Jahr 1951 begann die bedeutende Epoche von „Neu-Bayreuth“, die von Wieland Wagner wesentlich geprägt war. Mit seinen revolutionären Wagner-Inszenierungen und vor allem seinen visionären Bildfindungen hat er einen neuen Stil aus dem Geist der altgriechischen Tragödie geschaffen, der internationale Beachtung fand. Auch außerhalb von Bayreuth hat er mit seinen Neudeutungen der „Aida“ und des „Othello“ von Giuseppe Verdi, der „Elektra“ und der „Salome“ von Richard Strauss, der „Lulu“ und des „Wozzeck“ von Alban Berg, der „Carmen“ von George Bizet sowie der „Antigonae“ und des Osterspiels von Carl Orff das Musiktheater revolutioniert. Der Band lässt mit eindrucksvollen Bildern seiner kühnen Inszenierungen das Wirken Wieland Wagners wieder lebendig werden.

Das Buch erscheint im Juli 2017.

312 Seiten mit 100 farbigen und 121 schwarzweißen Abbildungen

32 x 23,5 cm, Hardcover

ISBN: 978-3-422-07412-5

Deutscher Kunstverlag GmbH

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