09.02.2018

von B° RB

Kopfkino mit Rudi und Rudi

Rudi, die Stoffmaus, und Rudi, der Fotograf, bringen schwerkranke Patienten an ihre Lieblingsorte zurück

Der große Rudi (Ziegler) und der kleine Rudi gehen auf Tour: Sie fotografieren für Patientinnen und Patienten der Palliativstation der Klinikum Bayreuth

Fotograf Rudi Ziegler und die Klinikum Bayreuth GmbH, die Bayreuther Hospizstiftung und die Firma Sigikid starten eine gemeinsame Aktion. Sie soll Patientinnen und Patienten an Orte erinnern, die sie mögen und an denen sie sich wohlgefühlt haben. Positives Kopfkino für schwer kranke Menschen.

So entstand die Idee: Rudi Ziegler hat zum Jahreswechsel eine Fotoserie mit Naturaufnahmen gemacht. „Für alle, die gerade nicht können, dürfen oder wollen.“ Die Resonanz auf die Veröffentlichung der Fotos auf seiner Internetseite und auf Facebook war überwältigend. Auf den Bildern war auch ein Maskottchen zu sehen, der „Rudi“ – eine Stoffmaus der Firma Sigikid. Auf Facebook haben die beiden Rudis seither eine Fangemeinde.

Rudi Ziegler hat weitergedacht. Er ist ehrenamtlich in der Hospizbewegung tätig und weiß, dass es für schwer und schwerstkranke Menschen Orte gibt, an denen sie gerne waren, die sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr besuchen können. Diesen Menschen, die im Klinikum auf der Palliativstation betreut werden, möchte Rudi Ziegler „positives Kopfkino“ schenken. In Form eines Fotobuchs. Er fährt also an diesen Ort und fotografiert – ehrenamtlich übrigens. Und der Mini-Rudi soll auf dem einen oder anderen Foto mit drauf sein. 

Ärzte und Pflegekräfte der Palliativstation hören gut zu, wenn ihre Patienten erzählen. Wenn in Zukunft also ein Patient berichtet, dass er so gerne in der Fränkischen Schweiz oder im Fichtelgebirge gewesen, geben sie Rudi Ziegler einen Tipp. Und macht sich im Umkreis von 50 Kilometern rund um Bayreuth auf den Weg. Ein paar Tage später bekommt der Patient, dessen Daten selbstverständlich nicht an den Fotografen weitergegeben werden, einen kleinen Geschenkkorb. Mit einem Fotobuch, einem Stoff-Rudi und einem Mitbringsel, vielleicht einem Stein, einer Blume oder einem Blatt.

Die Firma Sigikid stellt die Stoffmäuse zur Verfügung. Die Bayreuther Hospizstiftung trägt die Kosten für die Fotobücher. Und Fotograf Rudi Ziegler bekommt – nichts. Weil er dafür keinen Lohn will. „Das Projekt ist mir ein Anliegen“, sagt er. 

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