22.07.2011

von B° JG

Neue Energie

Bundesministerin Aigner schickt Kommunales Informationssystem für Erneuerbare Energien ans Netz.

Die Region Bayreuth ist Vorreiter in Sachen erneuerbare Energie.

Bundesministerin Aigner startete Kommunales Informationssystem!

Ab sofort ist das Kommunale Informationssystem für Erneuerbare Energie online. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner schaltete am 21.7.2011 im Rahmen eines Besuches in der Region dieses neue Info- und Kommunikationsportal der Bioenergieregion Bayreuth auf Betrieb. Landrat Hermann Hübner begrüßte die Ministerin und bedankte sich für ihre Unterstützung. Einer der aktuellen Anlässe ist auch die Energiewende Bayern. Einmal mehr ist eine bayerische Region Vorreiter einer zukunftsorientierten Entwicklung. Das kommunale Informationssystem hilft Bürgermeistern bei ihrer Energiepolitik.

Das Rad ist schon erfunden worden – nur noch nicht von jedem!

In zahlreichen Städten, Märkten und Gemeinden des ländlichen Raumes sind in den letzten Jahren Erfahrungen mit Projekten der erneuerbaren Energieversorgung gemacht worden. Biogasanlagen, Hackschnitzelheizungen, Windkraftanlagen, Bürgersolaranlagen, Nahwärmenetze, Bioenergiedörfer, die Liste ist lang. Und in vielen Kommunen stehen Projekte dieser Art ins Haus oder sind für die nächsten Jahre geplant. Denn ein breiter „Strom“ von Aktivitäten wird erforderlich sein, wenn die Energiewende Bayern Realität werden soll. Oft aber sind die kommunalen Vertreter in den ländlichen Regionen überfordert. „Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, welche Lösung ist die Beste, wie kann ich das Projekt am besten umsetzen, wen muss ich beteiligen und wer hilft mir dabei?“, sind Fragen, die vor Ort gestellt werden. Vor allem aber: „Wo bekomme ich seriöse, fachkompetente und verlässliche Informationen?“

Guter Rat kann auch günstig sein!

Hier setzt das Kommunale Informationssystem an. Es soll die Erfahrungen und Kompetenzen, die von kommunalen Vertretern gemacht wurden, an deren Kollegen in anderen Kommunen vermitteln. So entsteht eine Drehscheibe mit praktisch wertvollen Tipps. Ein Ort, wo Bürgermeister sich austauschen und gegenseitig helfen können.

Kommunale Allianz als Vordenker in Bayern

Ausgangspunkt dieser Idee war die kommunale Allianz des Wirtschaftsbandes A9. Diese Integrierte ländliche Entwicklung (ILE), an der sich 18 Kommunen im südlichen Landkreis Bayreuth und im nördlichen Landkreis Forchheim beteiligen, wird vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Oberfranken betreut und gefördert. Im Rahmen der ILE widmen sich Kommunen gemeinsam Problemen und Chancen, die für eine einzelne Kommune viel schwerer zu bearbeiten wären. Dort, vor Ort, weiß man also, wo der Schuh drückt. Die Kommunen im Wirtschaftband A9 und das ALE Oberfranken haben die Idee des Kommunalen Informationssystems in das Regionale Entwicklungskonzept der Bioenergieregion Bayreuth eingebracht und damit gedanklich für den Freistaat Bayern und den Bund vorgedacht.
 Kommunen und Amt für Ländliche Entwicklung als Kofinanzierer
Das Projekt wird derzeit über die Kommunen aus dem Wirtschaftsband A9 und das Amt für ländliche Entwicklung finanziert, weitere Fördermittel stammen über den Wettbewerb Bioenergieregionen aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Region Bayreuth ist eine von 25 Wettbewerbsgewinnern bundesweit und zeigt ihren innovativen Geist so auch beim Thema erneuerbare Energie.

In der Kürze liegt die Würze!

Das Besondere am Kommunalen Informationssystem ist der kommunikative Charakter der Internetplattform. Es ist keine textlastige Anwendung, in der man viel lesen muss, sondern sie lebt von der Beteiligung vieler Kommunen, die in relativ kurzer und einfacher Form ihre praktischen Beispiele und Erfahrungen eingeben. Möglichst schnell soll ein Austausch von Bürgermeister zu Bürgermeister oder deren Vertreter zustande kommen. Das geschieht über eine Eingabemaske an deren fachlichen Ausgestaltung und inhaltlicher Effektivität die Energieagentur Nordbayern mit Sitz in Kulmbach tatkräftig mitgewirkt hat. Zielgruppe ist immer die Kommune des ländlichen Raumes. Auch das ist sicher eine Besonderheit am kommunalen Informationssystem.

Ausgefeilte Details

Aufgebaut ist die Plattform auf dem modernen Content Management System Drupal. Das System ist leicht zu bedienen und, im Gegensatz zu den meisten anderen CMS, findet die Bearbeitung, also die Eingabe eines Beispieles in der gleichen Oberfläche statt und ist sofort im Endresultat sichtbar. Lästiges Hin- und Herschalten entfällt. Darüber hinaus ist das System nicht starr und hierarchisch angelegt, sondern die Inhalte und Beiträge sind flexibel über so genannte Taxonomie-Begriffe (Verschlagwortung) in einer so genannten Cloud (Wolke) organisiert. Alle Inhalte aber auch Bilder und Downloads sind einfach zu laden und über die unterschiedlichsten Zugangsebenen können auch bedarfsorientierte Räume für entsprechend berechtigte Kreise geschaffen werden. So könnten z.B. Zusammenschlüsse von Kommunen in nicht öffentlichen Bereichen arbeiten und Projekte abwickeln. Bloggs unterstützen den Dialog im öffentlichen und internen Bereich. Insgesamt bietet das System eine ungeheure Vielfalt an Möglichkeiten.

Ein Produkt mit Zukunft!

Nächster Projektschritt ist die Kopplung des Systems an den Energieatlas Bayern, eine entsprechende Schnittstelle ist bereits vorgesehen. Für den künftigen Erfolg wird entscheidend sein, dass sich kommunale Vertreter und viele weitere Projektverantwortliche, die durchaus auch gewerbliche Initiativen oder private Investoren sein können, an dem Infoaustausch beteiligen. Langfristig muss für die Plattform ein Träger gefunden werden, der die Finanzierung übernimmt, wenn der Wettbewerb Bioenergie ausläuft. Das Förderprojekt ist als Anschub gedacht, denn neue Ideen müssen zunächst einmal in Gang gebracht werden. Derzeit werden Gespräche mit dem Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken geführt. Für die Verwaltung der ländlichen Entwicklung, als Teil der Bayerischen Staatsregierung, besteht die Aufgabe darin, einen vitalen ländlichen Raum zu bewahren und die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Stadt und Land zu sichern. Sie ist stark im ländlichen Raum verankert und seit jeher Partner der ländlichen Kommunen. Ziel könnte die Verankerung des Kommunalen Informationssystems auf ministerieller Ebene sein. Als ein Instrument und Ansatz, die Energiewende des Freistaates Bayern vor Ort zu ermöglichen. Aber auch auf Bundesebene könnte das Kommunale Informationssystem den Erfahrungsaustausch fördern. Der Blick über den Tellerrand ist ja gerade beim Thema Klimawandel auf jeden Fall von Vorteil.

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