20.01.2019

von B° RB

Bis zu Liebermann und Corinth

Die Sammlung Hermann Hugo Neithold an der Schwelle zur Moderne. Literarischer Salon am 20. Januar

August Splitgerger

Hermann Hugo Neithold (Leipzig 1862 – 1939 Zürich), ein erfolgreicher Prokurist der Zwickauer Spinnereibetriebe, verfügte beim Eintritt in seinen Ruhestand über ein beachtliches Vermögen, das er zu großen Teilen in Kunstbesitz anlegte. Mit dem Umzug nach Dresden konnte er ab 1916 die dortige Ausstellungs- und Galerieszene für seine Erwerbungen nutzen. 

Fakten
27.10.2018 – 24.2.2019

ERSTER LITERARISCHER SALON am 20. Januar

In einem Zeitraum von zwanzig Jahren schaffte er es, mit Kompetenz und Geschmack eine Sammlung von über 50 Gemälden zusammenzutragen, darunter Defregger, Diez, von Rohden, Spitzweg, Stadler, Trübner bis hin zu Liebermann und Corinth.

Durch glückliche Umstände blieb diese Sammlung bis heute in ihrer Grundstruktur erhalten. Eine Auswahl daraus ist nun im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen.

Von seinen ersten Erwerbungen um 1910 an bevorzugte Hermann Hugo Neithold eine Malerei, die vertraute Inhalte gegenstandstreu veranschaulicht. In seiner Sammlung sind daher alle konventionellen Gattungen vertreten, wobei die Landschaften den größten Anteil bilden, gefolgt von den Stillleben und den Porträts. Hier traf er sich mit jenen eher konservativ gesinnten bürgerlichen Sammlern, die in der Kunst keine Auseinandersetzung mit der Gegenwart oder der Geschichte suchten. Vielmehr wollten sie vor Werken zur Ruhe kommen, die ihnen die Möglichkeit zur Identifikation boten.

Neithold beschränkte sich strikt auf die zeitgenössische deutsche Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Hierbei konzentrierte er sich – wie viele andere Sammler auch – auf die Münchner Malerschule, die er dann um einzelne Künstler der Berliner und Münchner Sezession ergänzte. Mit den Vertretern des Deutschen Impressionismus, wie etwa Lovis Corinth und Max Liebermann, erreichte er die Grenze seines künstlerischen Geschmacks. Besonderen Wert legte er bei seinen Erwerbungen auf die technische Ausführung und – mit zunehmendem Kunstverständnis – auf eine ausgeprägte Individualität der malerischen Handschrift.

Die hier gezeigte Privatsammlung bezeugt somit die Kunstbegeisterung und die Geschmackskultur eines bürgerlichen Kaufmanns um 1900. Sie verkörpert sozusagen bis hin zu Liebermann und Corinth die Kunst an der Schwelle zur Moderne.

Mit dieser Ausstellung läutet das Kunstmuseum Bayreuth das Jahr 2019 und sein Programm zu seinem 20. Museumsgeburtstag ein. Von Beginn an bildete die Sammlung der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung mit ihrem Fokus auf der Kunst der Moderne das Herz des Kunstmuseum Bayreuth. Viele private Stiftungen und Sammlungen haben in den letzten Jahren den Bestand in diesem Bereich ergänzt.

Für die ausstellungsbegleitende, reich bebilderte Publikation wurde die Sammlung von Tilo Grabach (Schaetzler-Palais, Augsburg) und Uwe Heckmann (Hamburg) wissenschaftlich aufgearbeitet.

Das Kunstmuseum Bayreuth bietet ein umfangreiches Vermittlungsprogramm zur Ausstellung an.

Am kommenden Sonntag, dem 20.1. um 11 Uhr laden wir wieder zu Kunst und Literatur: Das bewährte Team von der Markgrafenbuchhandlung wird im Kunstmuseum Bayreuth den „ERSTEN LITERARISCHEN SALON“ fortführen – diesmal anlässlich der Ausstellung „bis zu Liebermann und Corinth: die Sammlung Hermann Hugo Neithold“ mit dem Thema „Von der Romantik zum Symbolismus“

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