30.03.2019

von B° RB

Reflexionen – Werke österreichischer Komponisten

Konzert am Samstag, 30.3., 19.30 Uhr, im Steingraeber Kammermusiksaal in Bayreuth

Merlin Ensemble

Das Merlin Ensemble Wien wurde 1991 u.a. von Mitgliedern des Chamber Orchestra of Europe zunächst als Oktett gegründet. Später wurde der Kreis der MitspielerInnen erweitert, so dass das Ensemble in variablen Besetzungen auftreten kann. 

Das Kammermusikrepertoire spannt sich in unterschiedlichen Formationen und ausgefallenen Bearbeitungen von Vivaldis "Jahreszeiten" über Mozarts "Lodronische Nachtmusiken" bis Schoenbergs" Verklärter Nacht". Auch für zeitgenössische Kammermusik hat sich das Merlin Ensemble Wien einen Namen gemacht, was sich ebenfalls in der Zusammenarbeit mit KomponistInnen wie Sofia Gubaidulina, Friedrich Cerha und Christian Muthspiel zeigt.

Konzerte im Musikverein und Konzerthaus Wien, Burgtheater und Arnold Schönberg Center, Stephaniensaal Graz, bei Veranstaltern wie Teatro Fenice, Teatro Comunale Bologna, Ferarra Musica, Oper Leipzig, NDR Hannover, Schauspielhaus Hamburg, Brucknerhaus Linz, Berliner Ensemble, Paul Klee Museum Bern, Gare du Nord Basel, Philharmonie Zagreb, den österreichischen Kulturforen in New York und Washington und der Morgan Library in New York, festigen den internationalen Ruf des Ensembles.

Regelmäßig tritt das Ensemble auch im großen Sendesaal des Funkhauses des ORF auf und hat dort für das Label ORF viele CDs produziert. Seit 2015 ist das Merlin Ensemble Wien „Ensemble in Residence“ bei den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden. Durch die Zusammenarbeit mit Schauspielern wie Ulrich Matthes, Peter Matic, Martin Schwab, Lore Brunner, Manfred Karge, Andrea Eckert, Johanna Wokalek Karl Markovics und Sylvie Rohrer, vor allem aber mit Hermann Beil, konnten größere musikdrama-tische Projekte entwickelt werden.

Diese Projekte in der Inszenierung von Hermann Beil werden europaweit gezeigt: Unter anderem Schönbergs "Pierrot Lunaire" mit Sylvie Rohrer und Strawinskys "Geschichte vom Soldaten“ in Fassungen mit Manfred Karge und Karl Markovics. 

Martin Walch, Violine & Leitung Merlin Ensemble Wien, geboren in Innsbruck, studierte bei Sándor Végh und Michael Schnitzler Violine und besuchte Meisterkurse bei Yehudi Menuhin und Nathan Milstein. Er ist Mitglied des Chamber Orchestra of Europe. Kammermusikpartner von N. Gutmann, A. Rabinowich und J. Rachlin. Recitals mit dem Pianisten Till A. Körber, musikdramatische Projekte mit Hermann Beil.

Solo- und Kammermusikkonzerte in allen großen europäischen Konzertsälen und Festivals: Luzern Festival, Salzburger Festspiele, Beethovenfest Bonn, Klangbogen Wien, Brucknerhaus Linz, Burgtheater Wien, Osterfestspiele Innsbruck, Tonhalle Düsseldorf, Berliner Philharmonie, Schubertiade Feldkirch, Lockenhaus Festival, Ferrara Musica, Teatro Fenice Venedig, Teatro Comunale Bologna, St. Moritz Festival, Thessaloniki Festival, Carinthischer Sommer, Schauspielhaus Bochum, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Musikfest Bremen, Internationale Maifestspiele Wiesbaden, Musikverein Wien, Morgan Library New York. Konzerte im Rahmen der COE Kammermusikkonzerte in Berlin und Ferrara.

Solist mit dem Sofia Philh. Orchestra, Uraufführung des Violinkonzertes von Till A. Körber, Beethovens Tripelkonzert unter Sir Neville Marriner. Meisterkurse u.a. an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, am Mozarteum Salzburg, am Lysenko-Konservatorium Lemberg, Ukraine und der Musikakademie Sofia. 

Till Alexander Körber, Klavier, geboren in Tübingen, studierte ab 1986 an der Musikhochschule in Freiburg/Breisgau Klavier, Liedbegleitung und Chordirigieren; von 1990 bis 1995 war er Schüler von Hans Petermandl an der Wiener Musikhoch-schule. Konzerte als Solist, auch mit Orchester, als Liedbegleiter und Kammermusiker, vor allem in enger Zusammenarbeit mit dem Geiger Martin Walch, sowie Rundfunk-, Fernseh- und CD-Aufnahmen führten ihn durch Europa, sowie nach Afrika, Asien und in die USA. Er spielte Beethovens Tripelkonzert unter Sir Neville Marriner, etliche Uraufführungen und arbeitete mit vielen Komponisten zusammen. Körber ist Mitglied im Merlin Ensemble Wien.

Im Jahr 2003 erhielt Till Alexander Körber das Österreichische Staatsstipendium für Komponisten, 2008 den Landeskulturpreis für Musik Oberösterreich. Seine Werkliste reicht von Liedern über Kammermusik bis zur Symphonie und zum abendfüllenden Oratorium. Von 1994 bis 2003 un-terrichtete Till Alexander Körber an der Musikuniversität Graz zeitgenössische Klaviermusik und gab oftmals Master Classes am Lysenko-Konservatorium Lemberg, Ukraine. Er leitet eine Klasse für Klavier und Klavierkammermusik an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz. 

Luis Zorita, Violoncello, geboren in Leon (Spanien) - Studium in Oviedo bei Alexander Fedortchenko, in Chicago bei Kim Scholes und Christopher Constanza, danach bei Rudolf Leopold in Graz - alle Abschlüsse mit Auszeichnung. Luis Zorita war Solocellist des Orquestra de Cadaqués, Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchesters, Wiener Kammerorchesters Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und der Camerata Salzburg sowie Gastmusiker des Chamber Orchestra of Europe, Super World Orchestra und des Mahler Chamber Orchestra.

Auftritte und Einladungen zu namhaften Festivals in ganz Europa, Südamerika, Asien und den USA, allen wichtigen Kulturzentren Spaniens aber auch in Chicago, London, Ljubljana, Zagreb, Graz und Wien - u.a. mit Cellokonzerten von Haydn, Elgar, Saint-Sæns, Lalo, Rodrigo, dem Brahms-Doppelkonzert und dem Tripelkonzert von Beethoven mit dem Zagreb Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sir Neville Marriner. Live-Übertragungen bei ORF, Schwedische Radio, RAI (Italien), WFM Chicago und dem spanischen Rundfunk. CD-Aufnahmen mit Sonatenprogrammen und Solokonzerten. Luis Zorita gibt Meisterkurse in San Sebastian, für das Joven Orquesta de Murcia, das Joven Orquesta Nacional de Espana, das Joven Orquesta de Castellón dazu spielt er regelmäßig mit den Pianisten Eduard Kutrowatz und Alejandro Picó Leonís Sonatenabende in ganz Europa. 

Das Programm

Thomas Daniel Schlee Jubilus, Op. 35a, für Violine, Violoncello und Klavier (2007) (*1957)

Till Alexander Körber Mikroskopische Reflexionen über die dunkle Nacht der Sinne I (*1967) (2008)

Gerhard Lampersberg 2 x 3 Fantasien, für Violine und Klavier (1928-2002)

Till Alexander Körber Mikroskopische Reflexionen über die dunkle Nacht der Sinne II (2008) 

Thomas Daniel Schlee Suite, Op. 82 (2012/13), für Violine und Klavier 

Thomas Daniel Schlee Drei Zeichen, Op. 53 (2002), für Violoncello solo 

Gerhard Lampersberg betrübnis & beschwingtheit, für Violine, Violoncello und Klavier 

Till Alexander Körber Trio in einem Satz (2012/13) 

Zu den Werken

Thomas Daniel Schlee: Jubilus op. 35a für Violine, Violoncello und Klavier (2007)  

Im Gregorianischen Gesang ist ein „Jubilus“ die aus der Freude geborene melismatische Fortspinnung und Ausschmückung einer Gesangskontur. Das vorliegende, im Sommer 2007 für das kunsthaus muerz komponierte Werk beruht auf zwei ganz unterschiedlichen Elementen: einem Motiv aus meiner Kirchenoper „Ich, Hiob“ (2007) und dem Schlußteil des Kammeror-chesterwerkes „Wacht auf, Harfe und Saitenspiel“ (1995). Die beiden Strophen des Initiums münden jeweils im erwähnten melodischen Zitat, bevor – nach einer als kurze Steigerung angelegten Überleitung – das eigentliche Zentrum des Stückes in Gestalt eines hymnischen Gesanges erreicht ist. Auch dieser ist von zahlreichen Elementen „colorierender“ Bewegung gekennzeichnet, erreicht seinen Höhepunkt jedoch in einem homophonen Aufschwung. Über das in seiner Originalgestalt wie-derkehrende „Hiob“-Motiv vollzieht sich die Wende zum zarten Ausklang, in dem die Melismen des Beginns den Kreis des Werkes schließen.

Thomas Daniel Schlee

Thomas Daniel Schlee: Suite op. 82 für Violine und Klavier (2012/13)

Eine Suite, deren Sätze immer anderes halten, als sie zu versprechen scheinen. Immer aber verhalten sich die beiden Instru-mente respektive ihre Interpreten wie zwei Personen in ganz spezifischen Situationen:

I.: Der eröffnende Satz ist dem Klavier vorbehalten (der Geiger wartet, für das Publikum unsichtbar, bei der Bühnentüre); seine zunächst innige, einsame Kantilene steigert sich erwartungsvoll. Plötzlich ertönt

II.: die Violine. Ihre bewegten Figuren erklingen, das nun schweigende Klavier ablösend, ebenfalls solistisch, während der Spieler sich auf die Bühne begibt.

III: „Passacaglia“: Der Titel wird beim Wort genommen – die beiden Instrumente/Personen begegnen einander auf der Straße. Zwei Musiken, die an einem bestimmten Punkt zusammentreffen, einander erkennen, doch wieder, ein jeder für sich, weitergehen.

IV: „Rondo“: Die beiden tanzen miteinander. Ich hatte das Bild der vor der Kathedrale von Barcelona die Sardana – einen Reigen – ausführenden Menschen vor Augen. Vier Themen in unterschiedlichen Taktarten kreisen unaufhörlich zwischen den beiden Instrumenten.

V: „Fuga“: Zuletzt, dennoch, panische Flucht – wieder wird der Titel beim Wort genommen…

Menschliches, allzu Menschliches…

Thomas Daniel Schlee

Thomas Daniel Schlee: Drei Zeichen op. 53 für Violoncello solo (2002)

Zu den hervorragenden Qualitäten des Violoncellos zählt für mich die Intensität seines Gesanges, von dunkler Tiefe bis zu glühenden Höhen. Meine Stücke sind ‚Zeichen‘ der Freundschaft. Die Musik spricht in mehrerlei Aspekten: in den Dialogen zwischen Interpret und Instrument, zwischen Komponist und Widmungsträgern, zwischen Klang und Hörer. Jedes Detail ist auf Expressivität gerichtet.

Thomas Daniel Schlee

Till Alexander Körber: Mikroskopische Reflexionen über die dunkle Nacht der Sinne I und II (2007/08)

Die dunkle Nacht der Sinne beschreibt der Heilige Johannes vom Kreuz als einen schmerzvollen Zustand, in welchem sowohl der Halt an den äußeren Dingen, als auch die Orientierung durch Gedanken einem Menschen nicht mehr möglich ist. Gerade in solche geistige Finsternis und Öde hinein vermag der Schöpfer - zunächst unbemerkt - Klarheit und Helligkeit einzupflanzen. So dringen die Sinne ein in eine Wirklichkeit, die über ihr eigenes Erfassen hinausgeht, und ahnen die Herrlichkeit Gottes.

Das Werk für Violine und Klavier (I) ist Martin Walch in Freundschaft und Dankbarkeit gewidmet. Das Werk für Klaviertrio (II) ist Dr. Lutz Wilden, der meinen Ohren Heilung ermöglichte, in großer Dankbarkeit gewidmet. 

Till Alexander Körber: Trio in einem Satz (2014)

Das Trio in einem Satz hat einen einfachen programmatischen Ablauf: Aus einer scheinbaren Idylle braut sich Unheil zusammen, welches in einer Katastrophe endet. Ein schattenhafter Nachklang lässt Hoffnung aufkommen.

Ein angstvolles Scherzo schließt sich an mit fluchtartigen rasenden Figuren und einer kleinen Fugenexposition in der Mitte.

Ein wilder Tanz, das einst sacht angeklungene Hoffnungsmotiv wild hinausgrölend, führt wieder zur Katastrophe.

Nun aber erklingt, inmitten der Trümmer das alte Passionslied „Es sungen drei Engel ein’n süßen Gesang“: Erlösung als unverhoffte Gnade. 

Eintritt jeweils 14 € (VVK 12 €)

Schüler & Studenten jew. 5 €

Vorverkauf im Klavierhaus Steingraeber | Friedrichstraße 2, 95444 Bayreuth | Tel. 0921-64049 

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