24.09.2019

von HEINZ-DIETER REESE B° RB

Meditative Solomusik

KONZERT: WIE EIN LAUT DER NATUR. Meditative Solomusik für die japanische Bambusflöte Shakuhachi mit Tadashi TAJIMA

Tadashi TAJIMA

Mit ihrer Solomusik entspricht die Shakuhachi, eine schlichte Längsflöte aus Bambus, in besonderer Weise der traditionellen japanischen Musikästhetik und ihrem Ideal des „naturhaften Klangs“, in dem sich die Grenzen zwischen Geräusch und musikalischem Ton verwischen. Geradezu avantgardistisch-klangexperimentell muten viele Stücke dieser bereits vor mehr als 300 Jahren entstandenen Flötenmusik an. 

Tadashi TAJIMA (geb. 1942), der zu Japans herausragenden Shakuhachi-Spielern zählt, versteht das alte Musikrepertoire mit ungewöhnlicher Ausdruckskraft und großer klanglicher Differenziertheit zu spielen. Das Programm seines Konzerts umfasst repräsentative Stücke aus dem klassischen, zen-buddhistisch inspirierten Solorepertoire.

PROGRAMM

Einführung (H.-D. Reese)

1. Taki-ochi  瀧落 (Wasserfall) / 2.0 – C  (10‘)

2. Shingetsu-chō 心月調 (Der Mond im Herzen) / 2.55 – Gis  (6‘)

3. Yamagoe山越 (Über den Berg kommen) / 2.0 – C (4‘) 

4. Sokkan 息観 (Betrachtung des Atems) / 2.55 – Gis  (7‘)

5. Shika no tōne 鹿の遠音 (Fernes Röhren der Hirsche) / 1.8 – D  (8‘)

6. Daha no kyoku 打波の曲 (Die Wellen schlagen) / 2.1 – H  (6‘)

      KURZE PAUSE

7. Tsuru no sugomori 鶴の巣籠 (Nistende Kraniche) / 1.8 - D (10‘)

8. Kokū 虚空 (Leerer Himmel) / 2.55 – Gis  (8‘)

Profil

Tadashi Tajima  田嶋 直士 wurde 1942 in Sakai (Präfektur Ōsaka) geboren. Zu seinen wichtigsten Lehrern im Shakuhachi-Spiel gehört Katsuya Yokoyama (1934-2010), der international bekannte Meister der Kinko-Schule. Heute gilt Tajima selbst als einer der herausragenden  und vielseitigsten Shaku-hachi-Spieler Japans. Er wurde mit zahl-reichen Preisen ausgezeichnet (zuletzt im Jahre 2007 zum zweiten Mal mit dem Großen Preis des Nationalen Kunstfestivals des Amts für kulturelle Angelegenheiten).

Seine bis heute rege Konzerttätigkeit, die auch Kooperationen mit Musikern aus anderen Genres umfasst, führte ihn seit 1979 sehr häufig ins Ausland (vor allem nach Europa), wo er Einladungen zahlreicher internationaler Musikfestivals annahm (zuletzt 2011 von der „Ruhrtriennale“, 2013 von den „Salzburger Festspielen“, 2014 vom Festival „Musica Sacra Münster“ u.a.). Er wirkte bei Aufnahmen für japanische Fernseh- und Radioprogramme mit und veröffentlichte eine große Zahl an LPs und CDs.

Tajima pflegt seinen eigenen, aus unterschiedlichen Quellen gespeisten Stil des Shakuhachi-Spiels, der sich als gleichermaßen kraftvoll wie intro-vertiert-meditativ charakterisieren lässt. Im Mittelpunkt seines Repertoires stehen die traditionellen, zen-buddhistisch geprägten Honkyoku-Solostücke, die Tajima wie kein anderer als vergeistigte Konzertstücke darzubieten versteht. Davon zeugt die 1999 bei Network Medien Frankfurt unter dem Titel Japan: Tajima Tadashi, Master of Shakuhachi veröffentlichte CD, die Aufnahmen ausgewählter Honkyoku in bis heute Maßstäbe setzenden Interpretationen enthält. In jüngster Zeit befasst sich Tajima verstärkt auch mit zeitgenössischer Musik für die Bambusflöte. 2009 schrieb Toshio Hosokawa (geb. 1955) speziell für ihn die Komposition Voyage X - Nozarashi (nach einem Haiku von Bashō) für Shakuhachi und westliches Instru-mentalensemble. Die Komposition wurde im selben Jahr mit dem Ensemble musikFabrik beim „Bachfest Leipzig“ uraufgeführt. (Die Aufnahme liegt mittlerweile auf einer CD vor, die 2015 in der „Edition musikFabrik“ bei WERGO erschien.)

Nicht zuletzt widmet sich Tajima in Ōsaka, Tōkyō und Yokohama der Ausbildung junger Shakuhachi-Spieler. Dazu gründete er 1994 seine eigene Schule, die Jikishō Tajima-Kai (Jikishō-ryū). Im Jahre 2000 erschienen sein Flöten-Lehrbuch Shakuhachi nyūmon sowie ein Buch über den Geist des Shakuhachi-Spiels: Ichion ni kokoro o komete („In einen einzigen Ton sein ganzes Herz hineinlegen“). 

Zeit: Mittwoch, 25. September 2019, 20.00 Uhr

Ort: Kunstmuseum Bayreuth

Maximilianstraße 33, 95444 Bayreuth

Eine Veranstaltung des Kunstmuseums Bayreuth in Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut, Köln (The Japan Foundation) 

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