12.08.2011

von B° JG

Genau prüfen

Initiativkreis Stadtwerke warnt vor bösen Überraschungen - „Billiganbieter“ für Erdgas in die Diskussion geraten.

Der Initiativkreis Stadtwerke Nordbayern warnt vor Billiganbietern für Gas.

In letzter Zeit sind sogenannte „Billiganbieter“ für Erdgas erneut verstärkt in die Diskussion geraten. Kunden sollten die Konditionen genau unter die Lupe nehmen, sagt der Initiativkreis Stadtwerke Nordbayern, dem rund 20 Stadtwerke angehören. Oftmals sei das auf den ersten Blick günstigste Angebot gar nicht mehr so günstig, wenn alle Kosten berücksichtigt werden.

Manches Unternehmen wirbt beispielsweise mit einem Neukundenbonus. Unter anderem gibt es für den Abschluss des ersten Vertrags eine relativ hohe Geldsumme oder eine bestimmte Anzahl an kostenlosen Kilowattstunden. Möglich ist auch ein hoher Rabatt oder ein sehr niedriger Preis für das erste Jahr. Auf diese Weise gelangten die Anbieter auf vordere Plätze bei Preisvergleichen, etwa im Internet, so der Initiativkreis Stadtwerke. Um aber zu beurteilen, was einen der Gasbezug wirklich koste, müsse auch der Preis im zweiten Jahr kalkuliert werden. Häufig falle die Erhöhung nach 12 Monaten so drastisch aus, dass man im Vergleich mit dem lokalen Versorger draufzahle.

Zudem sollten weitere Details beachtet werden. Unter anderem ist das Gas bei zahlreichen Anbietern für ein Jahr im Voraus zu bezahlen. Dieses Geld steht dann dem Kunden nicht zur Verfügung, er kann damit also keine Zinsen erwirtschaften. Für Preisgarantien werden manchmal automatisch Aufschläge erhoben, die aktiv gekündigt werden müssen. Weiterhin gibt es Anbieter, die eine Kaution verlangen, die erst bei Kündigung des Gastarifs zurückgezahlt wird. Auch dies sei für den Kunden nachteilig, denn er gebe dem Versorger damit praktisch einen zinslosen Kredit, betont der Initiativkreis Stadtwerke. Zudem sei dieses Geld ebenso wie das per Vorauskasse gezahlte möglicherweise verloren, wenn das Unternehmen Insolvenz anmelde.

Neben dem Preis verdient auch der Service des jeweiligen Unternehmens Aufmerksamkeit.
Laut Initiativkreis Stadtwerke berichten immer wieder Kunden von schlechter Erreichbarkeit der Billiganbieter. Bei den eigenen Mitgliedsunternehmen setze man auf individuelle persönliche Beratung, die für Kunden kostenlos ist und sich auch auf Energiespartipps erstreckt. Auch das Engagement der Stadtwerke für die Region und Investitionen in die regenerative Energieerzeugung seien vielen Menschen wichtig.


Vorsicht bei Angeboten an der Haustür


Aus aktuellem Anlass weist der Initiativkreis darauf hin, dass bei Werbern an der Haustür Vorsicht geboten ist. Diese versuchten oftmals den Eindruck zu erwecken, im Auftrag der Stadtwerke unterwegs zu sein. Tatsächlich würden Stadtwerke niemals auf diese Weise werben, betont der Initiativkreis. Kunden sollten sich in einem solchen Fall stets den Betriebsausweis des Werbers zeigen lassen. Ein an der Haustür abgeschlossener Vertrag kann gemäß den Bedingungen des jeweiligen Energielieferanten schriftlich widerrufen werden.

Passend zum Thema

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!

Mehr aus der Rubrik

IHK-Steuerausschuss fordert Stärkung unternehmerischer Investitionen

Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken: Gegen den Fachkräfte-Mangel - GeBO-Akademie gegründet

Hightech-Equipment für die Bayreuther Feuerwehr: Für rund 426.000 Euro wurden drei Container-Transportsysteme beschafft

Teilen: