Neues Schloss

Neues Schloss Bayreuth

Das Neue Schloss, ein kleines Versailles

Ein weiterer Blickfang Bayreuths ist das Neue Schloss. Lassen Sie sich jedoch nicht von der fast kargen Außenfassade irritieren, denn dieses prachtvolle Gebäude offenbart seine Eigenart erst im Inneren.

Dies war auch die Residenz der alles überragenden Figuren Bayreuths des 18. Jahrhunderts - Markgraf Friedrich und die preußische Prinzessin Wilhelmine.

Mit dem Bau des Neuen Schlosses wurde 1753 der französische Architekt Joseph Saint-Pierre beauftragt, nachdem das Alte Schloss im Stadtkern teilweise abgebrannt war. Bereits vorhandene Gebäude, welche er seit 1744 am Gelände der ehemaligen Reitbahn errichtet lassen hatte, wurden aus Zeit- und Kostengründen in den Neubau mit einbezogen.

Die integrierten Gebäude sind unter den Namen, Predigerhaus, reformierte Kirche, Haag'sches Haus, Meyern'sches Palais und Damenflügel (Orangerie) bekannt.  

Er benötigte nur zwei Jahre um ein kleines Versailles im Herzen von Bayreuth zu erschaffen, das davon zeugt dass auch die Bayreuther Markgrafen für eine gelinde Hochstapelei anfällig waren.

Der Mittelbau entstand, an Stelle der reformierten Kirche, in den Jahren 1753 und 1754.

Zum Haag'schen Haus und zum Meyern'schen palais wurden Verbindungstrakte geschaffen. So war das Neue Schloss bereits nach einem Jahr im wesentlichen fertiggestellt. Jedoch wurde es anschließend um ein drittes Stockwerk erhöht und 1757 um einen südlichen Anbau mit Galerien erweitert.

Die bereits bestehende Orangerie zum Damenflügel wurde 1759 umgebaut, und zwischen 1759 und 1762 der selbstständige Italienische Bau errichtet. Schließlich wurde 1764 der Italienische Bau durch den Badetrakt mit dem Südflügel des Neuen Schlosses verbunden. Der Italienische Bau diente Markgraf Friedrichs zweiter Frau (Sophie Caroline) als Wohnsitz.

Die Fassade wird durch einen dreiachsigen Mittelrisaliten deutlich hervor gehoben. Die drei Öffnungen im Erdgeschoss sind ehemalige Toreinfahrten. Die seitlichen wurden im 19. Jahrhundert geschlossen, so dass die mittlere heute den Haupteingang bildet. Die hohen Säulen, welche sich über den Sockelpfeilern im Obergeschoss erheben, werden von der figürlichen Darstellung der vier Elemente bekrönt. Die Säulen rahmen drei Fenstertüren ein, hinter denen sich der Festsaal verbirgt.

Die Asymmetrie des Neuen Schlosses wurde von der Markgräfin genutzt, um in kleinen intimen Räumen ihre künstlerische Vorstellungen zu verwirklichen. Die Innenausstattung wirkt daher sehr intim und wohnlich.

Kennzeichen des Bayreuther Rokoko sind bunte naturalistische Blüten- und Rankendekorationen. Die Fürstin, welche auch selbst Stücke schrieb, komponierte und malte, kennzeichnete das Innere mit ihrer starken Hinwendung zur Natur. Bestes Beispiel hierfür wäre das Palmenzimmer. Es zählt zu den originellsten Kreationen des Bayreuther Rokoko. Hier wird die Illusion eines tropischen Palmenheims erweckt.

Ein weiterer sehenswerter Schlossraum ist das Spiegelscherbenkabinett - eine Besonderheit der Bayreuther Innendekoration - welches durch in die Decke eingelassene, unregelmäßige Spiegelscherben den damals beliebten Eindruck des Ruinösen und Fragmentarischen erweckt.

Besonders hervorzuheben ist auch das Japanische Zimmer. Hier fühlt man sich in einen der, damals sehr geschätzten, ostasiatischen Gärten versetzt.

Auch das Alte Musikzimmer, das mit ausgezeichneten Pastellbildnissen von Musikern und Schauspielern verziert ist, ist mehr als einen Blick wert. Hier ist auch das Deckengemälde "Orpheus spielt den Tieren" zu finden.

Erwähnenswert sind auch das Innere Vorzimmer, das Audienzzimmer und das Teezimmer der Markgräfin Wilhelmine.  

 

Vor dem Schloss reitet Christian Ernst über einem Brunnen und lässt sich als Sieger über die Türken feiern.

Der Markgrafenbrunnen wurde von 1699 bis 1705 von Hofbildhauer Elias Räntz ausgeführt. Zu Füßen des Pferdes weisen allegorische Figuren auf die vier Flüsse hin, die im Fichtelgebirge entspringen. Kostümiert sind diese als die vier Erdteile, und sollen somit den absolutistischen Herrschaftsanspruch des Fürsten bezeugen.

Die Dauerausstellung "Galante Miniaturen – Sammlung Dr. Löer" kann seit 2013 im Hauptschloss besucht werden.

Das "Bayreuther Rokoko" kommt mit seiner Vorliebe für Grotten, Spalierzimmer und Blumenranken in den beeindruckenden Räumen des Italienischen Schlösschens vollends zur Geltung.

 


Adresse:

Ludwigstraße, Telefon: 0921 - 7596921


Öffnungszeiten:

April bis September: 9 bis 18 Uhr
Oktober bis März: 10 bis 16 Uhr

täglich geöffnet

geschlossen am: 1. Januar, Faschingsdienstag und am 24., 25. und 31. Dezember

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